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Celle Stadt 21 Vortragende präsentieren Texte und Musik bei „Offener Bühne“ des Autorenkreises Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 21 Vortragende präsentieren Texte und Musik bei „Offener Bühne“ des Autorenkreises Celle
13:42 12.11.2010
Zehnte "Offene Bühne" des Autorenkreises Celle in Kunst & Bühne - Klangvolles Doppel: Larissa Doris und Johannes Bildau Quelle: Aneka Schult
Celle Stadt

Lacher erntete wieder Gunda Haeber, die „Kleine“ mit der kessen Lippe, mit ihrem „unhimmlischen Theater“, einer heiter-zynischen Geschichtsstunde mit Teufeln an den Harfen. Eine existentielle Tiefe offenbarte das lyrische „Selbstbildnis“ Gerhard Kröegers. Scheinbar unbeschwert, aber ergreifend pointiert kamen die Texte von Gerda Gössel daher, ihre Begegnung mit Christian Morgenstern sowie das wunderschöne Gedicht, entstanden im Urlaub mit den Kindern in Prerow 1973: „He Knirps, der Du noch bist“.

Anekdotisch erinnerte sich Christine Hußmann an den „kleinen Schuster“ mit seinem „Marjellchen“. Zum Innehalten war die Kurzgeschichte „Minutenverkäufer“ von Friederike Menz. Dagmar Westphal ver-dichtete in „Insellied“ und „Rungholt“ ihre Nordseegedanken, mit „Augen voll Sonne und Ohren voll Wind“.

Nicht ohne Grund stolz betrat Lothar Kühn die Bühne. Neu in der Schreibwerkstatt, hatte er ein Gedicht bei der Frankfurter Bibliothek eingeschickt – und es wurde genommen. Seine Gedichte „Anderswo“, „Haus im November“ und „Nicht gelebt“ bewegen durch eine tiefe Eindringlichkeit, poetisch reiche Melancholie. In fantasievolle Traumwelten entführte Gerlind Boehm-Meyer, ums Altwerden ging es bei Marlene Cramer. Als jüngster Teilnehmer ließ der 13-jährige Kaleb Brown „In der Südsee“ alle Probleme vergessen.

Mit sanfter Besinnlichkeit sprach Helmuth Reske die Gäste an. Johannes Bildau und Larissa Doris boten ein klangvolles Doppel aus knackiger Kurzgeschichte und blumigem Gesang. Gerd Lamprecht nahm in der bedrückenden Prosa-Ballade dem „Rotkäppchen“ seine Unbeschwertheit. Lydia Krüger und Maus verzückte die Wolkenwunderwelt. Jürgen Paschke, der wieder gewitzt durch den Abend führte, bot einen „Höhenflug“.

Von Aneka Schult