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Celle Stadt 25. Jahrestag der deutsch-deutschen Grenzöffnung im Schlosstheater Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 25. Jahrestag der deutsch-deutschen Grenzöffnung im Schlosstheater Celle
19:42 03.11.2014
Eine Trabi-Kolonne schiebt sich am 10. November 1989 in Richtung West-Berlin vorbei am Checkpoint Charlie. Nach der Öffnung der deutsch-deutschen Grenzübergänge strömten Millionen DDR-Bürger in den Westen. „Tor auf!“ ist am früheren Grenzübergang an der Bornholmer Straße in Berlin, heute Platz des 9. November, zu lesen (kleines Foto). Quelle: dpa-Archiv / Stephanie Pilick
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„Wenn Grenzen fallen – ein Extra zur Kultur des Erinnerns“ – Der 25. Jahrestag der deutsch-deutschen Grenzöffnung ist Anlass für das Schlosstheater Celle, sein Publikum am Sonntag, 9. November, auf einen besonderen Erinnerungsrundgang mitzunehmen. Mit Schauspielszenen, Ton- und Videoinstallationen geben Darsteller und Zeitzeugen individuelle Erfahrungen und kollektive Erinnerungen aus der Zeit des Mauerfalls wieder.

Nicht nur mit Collagen aus persönlichen Erinnerungen, Texten, Liedern, Berichten und Reden rund um die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze vor 25 Jahren sollen Erinnerungen aufgefrischt und neu (miteinander) geteilt werden. Auch die Emotionen sollen erfühlbar, nachfühlbar gemacht werden. Die Dramaturgie des Abends setzt deshalb auf Bewegen, Erleben und Begegnung – viele Räume des Celler Schlosses werden für die Sonderveranstaltung „Wenn Grenzen fallen – ein Extra zur Kultur des Erinnerns“ auf ungewohnte Weise in Szene gesetzt und verwandeln sich in Erinnerungsräume: Schlossinnenhof, Garderoben und Foyers, Bühne, Zuschauersaal wie auch die Theaterbar laden mit Spielsequenzen und Medien-Installationen dazu ein, nicht nur zu hören, sondern auch nachzuempfinden.

Maximal 80 Teilnehmer und Zuschauer können die unterschiedlichen Erinnerungsstationen durchlaufen, wo sie mittelbar in das Geschehen eintauchen oder sich interaktiv daran beteiligen. Wie ist das, auf Grenzen zu treffen, ausgegrenzt zu sein, Grenzen zu überwinden? Und welche Erfahrungen und Gefühle hatten und haben Menschen damit gemacht? Geschichten, Zeitungsberichte, politische Reden, Lieder und Rundfunkbeiträge sollen helfen, sich zu erinnern und Erfahrungen neu zu entdecken. Mit der ‚Wiedervereinigung‘ auf der Schlosstheaterbühne und einem gemeinsamen Beisammensein in der Theaterbar klingt der Abend aus.

Für die persönlichen Geschichten sucht das Schlosstheater im Übrigen noch nach Zeitzeugen, die die deutsch-deutsche Trennung, die Grenzöffnung und die Wiedervereinigung selbst erlebt haben. Wie hat es sich angefühlt, durch eine Mauer getrennt zu sein? Wie war das, als man sich nach dem Mauerfall zum ersten Mal wiederbegegnete? Die Zeitzeugen sind eingeladen, ihre Erlebnisse dann am Sonntag selbst zu schildern oder von Darstellern zusammenfassen und vortragen zu lassen.

Damit dies nicht nur eine Erinnerungsveranstaltung wird, ist dabei außerdem an Beiträge von Menschen gedacht, die derzeit heimatlos sind oder unter Ausgrenzungen leiden – eine aktuelle Spiegelung der Zeit vor und nach dem Mauerfall – ein Zeichen von Hoffnung.

Von Doris Hennies