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Celle Stadt 264 Kandidaten für die Kirchen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 264 Kandidaten für die Kirchen
18:55 09.03.2012
Bilder aus der Stadtkirche Celle Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Katharina Buntrock (31) aus Celle, Dennis Manthey (20) aus Wienhausen und Bianca Grupe (33) aus Nienhagen sind drei von 264. Drei von 264 Kandidaten, die sich am Sonntag, 18. März, für eijne Funktion im Kirchenvorstand ihrer Gemeinde zur Wahl stellen. Kirche ist ihnen wichtig, Kirche „ist ein Standbein dieser Gesellschaft“, wie Katharina Buntrock sagt. In den Kirchenvorständen werden die Weichen für die der Gemeindearbeit gestellt.

„Auch wenn unsere Kirche von außen manchmal noch als Pastorenkirche wahrgenommen wird – die wichtigsten Entscheidungen in den Gemeinden und im Kirchenkreis werden schon lange von den gewählten Kirchenvorstehern getroffen. Darum sollten evangelische Christen auch wählen gehen“, wirbt Celles Superintendent Hans-Georg Sundermann für den Urnengang. Allerdings gibt es auch Gemeinden - wie etwa in Altencelle - wo sich in Ermangelung ausreichender personeller Alternativen bereits vorab alle Kandidaten ihrer Wahl sicher sein können.

Uwe Schmidt-Seffers, Sprecher des Kirchenkreises Celle, betont die lange Tradition der Kirchenvorstände. So gebe es schon seit dem späten Mittelalter in den Städten Kirchengemeinden, in denen freie Bürger als „Älteste“, „Kirchenjuraten“ oder „Provisoren“ die Geschicke ihrer Gemeinden bestimmen. „Seit der Reformation fiel ihnen dann die Aufgabe zu, den kirchlichen Grundbesitz zu verpachten und den Bauzustand der Kirche zu überwachen“, so Schmidt-Seffers.

Heute sind die Herausforderungen andere. So müssen sich die Gemeinden gegen schrumpfende Bevölkerungszahlen und den Austritt von Menschen aus der Kirche stemmen. Dies ist zum Beispiel ein Grund für Dennis Manthey aus Wienhausen zu kandidieren. „Ich finde es schade, dass Menschen austreten, denn für mich hat Kirche im Ort immer dazu gehört. So bin ich zum Beispiel auf Kirchenfreizeiten mitgefahren“, sagt Manthey. Durch seine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter im Kirchenamt hat er auch mitbekommen, wie spannend die Arbeit in der Gemeinde sein kann, etwa wenn es darum geht, wie die Mittel vergeben werden. Deshalb engagiert er sich.

„In den kommenden sechs Jahren werden wir Konzepte entwickeln, wie wir uns noch stärker zu einer Beteiligungskirche verwandeln können, in der mehr Menschen Verantwortung für ihre Kirche übernehmen“, skizziert Schmidt-Seffers die Herausforderung. Dafür möchte sich auch Bianca Grupe in Nienhagen engagieren. „Ich will junge Familien vertreten und ihnen auch Kirche wieder näher bringen“, sagt die 33-Jährige. Sie ist durch ihre Kinder wieder näher in Kontakt mit der Kirche gekommen, nachdem sie lange wie viele Menschen nur zu Taufen und Weihnachten dort zugegen war. Als die Gemeinde sie dann wie viele andere Mitglieder anschrieb, um für eine Kandidatur zu werben, entschied sich Grupe dafür.

Was die Gewinnung von Kandidaten schwerer gemacht hat als in früheren Jahren, sei ein wahrnehmbarer Mentalitätswechsel von Ehrenamtlichen, meint Rena Seffers, Pastorin in Nienhagen: „Wer sich heute für eine ehrenamtliche Aufgabe, egal ob in der Kirche oder auch anderswo, entscheidet, scheint besonders hohe Erwartungen an sich zu stellen. Meinem Eindruck nach führen diese Erwartungen, die oft aus dem beruflichen Alltag gespeist sind, zu einer gewissen Lähmung und Ängstlichkeit, wenn es darum geht, neue Aufgaben zu übernehmen.“

Von Tore Harmening