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Celle Stadt 5. Celler Bürger-Basar erlebt Besucheransturm
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 5. Celler Bürger-Basar erlebt Besucheransturm
22:15 15.10.2017
Riesenandrang herrschte im Haushaltswarenlager der Marke „Retro“ in schöner Industrie-Baukultur, der Kraftwerkshalle am Hafen. Quelle: Anke Schlicht
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„Mensch, das ist ja ein Picasso“, hört Jochen Barth am Samstag mehr als einmal auf seinem Weg aus der Kraftwerkshalle am Hafen. Seine Errungenschaft ist zu augenfällig, als dass sie unkommentiert bliebe. Noch ist der 5. Celler Bürger-Basar nicht lange im Gange, aber die ersten Beutejäger gehen schon wieder – keiner geht, wie er gekommen ist, jeder um mindestens ein Utensil reicher – vorbei an der endlos erscheinenden Schlange, die geduldig auf Einlass wartet. „Zehn können wieder rein“, sagt Projektleiter und Organisator Rolf Fiedler von der Bürgerstiftung Celle, der aktuell als „Türsteher“ fungiert. „Mehr als 180 dürfen nicht gleichzeitig drinnen sein.“

Was sich diesen Stöberern, Schnäppchenjägern und Sammlern für den guten Zweck präsentiert, mutet an wie ein Haushaltswarenlager der Marke „Retro“. All diesen schönen, nützlichen oder auch kitschigen Utensilien ist anzusehen, dass sie zu ihrer „aktiven Zeit“ ihr Zuhause in gutbürgerlichen Wohnzimmern, Fluren und Küchen hatten. Stolze Vasen, bunt gemusterte Kaffeekannen, zarte Tee- und Mokkatassen, Tischdecken in allen Farben, Formen und Größen haben die 100 Ehrenamtlichen der Stiftung als Spenden entgegengenommen, sie nach Kategorien sortiert und verkaufen sie nun an zwei Tagen des Wochenendes, um mit dem Erlös die kulturellen und pädagogischen Projekte und Aktionen der Bürgerstiftung zu unterstützen.

„Es kommt ein bunter Querschnitt der Gesellschaft. Manche wissen, dass viele hochwertige Sachen gespendet werden, die hier günstig zu erwerben sind“, berichtet Sabine Richter, die den Tischwäsche-Stand betreut. „Hier sind etliche, die handeln, einige wollen billig einkaufen, sich ausstatten“, ist der Eindruck von Heidi Hartig, die über den mangelnden Absatz von Hüten nicht glücklich ist. Dafür gehen die Handtaschen gut. „Was kostet diese weinrote?“ „Wie viel würden Sie denn geben?“ „Na, dann kommen wir uns auf der Hälfte entgegen und einigen uns auf vier Euro“, und schon ist das Regal um ein Ausgehtäschchen leichter. Andere nehmen das Schlangestehen auf sich, obwohl sie bereits alles haben, gar nichts mehr brauchen, aber sie möchten auf diesem Weg einfach helfen. „Ich schaue, ob mir etwas gefällt, es ist doch für ein soziales Anliegen“, begründet Helga Abendroth ihre Teilnahme.

Als echten Run kann die Resonanz auf die Warenpalette des 5. Celler Bürger-Basars bezeichnet werden. „Dass wir um 14 Uhr noch Einlasskontrollen hatten, ist so noch nicht dagewesen“, zeigen sich Projektleiter Fiedler und Vorsitzender Axel Lohöfener am Samstag überaus zufrieden.

Von Cellern für Celler könnte man das Motto des Basars umschreiben, dementsprechend verließ Jochen Barth die Kraftwerkshalle nicht mit einem Picasso unter dem Arm, sondern viel passender mit dem Bild eines der bekanntesten Celler Maler: einem echten Huisken.

Von Anke Schlicht