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Celle Stadt 50 Jahre King’s Singers – ein denkwürdiges Jubiläumskonzert im Celler Schlosstheater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 50 Jahre King’s Singers – ein denkwürdiges Jubiläumskonzert im Celler Schlosstheater
04:53 09.02.2018
Quelle: David Borghoff
Celle

Unerhört war die zwanglose Mischung von Vokalmusik verschiedenster Stilrichtungen, Gattungen und Genres in einem Programm. Da begannen die Programme oft mit Renaissancemusik, wurden fortgeführt mit romantischen Klängen und eventuell dezent Modernem, um in der zweiten Hälfte dann mit Vokalbearbeitungen von bekannten Klassikhits und mehr oder weniger aktuellen Arrangements aus der Popmusik den Bogen in ganz andere Gefilde zu schlagen. Auf ihre Weise waren die King’s Singers damals eine der ersten Crossover-Boygroups, nur dass es damals noch nicht einmal einen Begriff dafür gab.

Die King’s Singers waren in ihren ersten zwei Jahrzehnten dem modernen Musikmarkt in vieler Hinsicht um Jahrzehnte voraus. Sie etablierten eine Vokalkunst auf dem internationalen Klassikmarkt, die vorher nur in Großbritannien bekannt war. Und sie boten einem breiten Publikum alte Musik an, die zu dieser Zeit fast niemand kannte, die damals ungehörte, weil von kaum jemandem aufgeführte Musik war. Die sogenannte Alte-Musik-Bewegung kam erst später in Gang und wendete sich jahrzehntelang ohnehin nur an ein spezialisiertes Publikum. Und in dieses Vakuum kamen die sechs smarten Briten auf die Konzertpodien und moderierten ihre Konzerte höchst charmant. Was heute ganz selbstverständlich ist, das war damals genauso unbekannt wie die alten Stücke, die aufgeführt wurden. Keine Frage: Die King’s Singers setzten einen Trend, den sie lange anführten.

Die unendlich vielen A-cappella-Formationen, die heute durch die Lande reisen, müssten dieses Ensemble wohl zu ihren Schutzheiligen erwählen. So hoch ist die Bedeutung dieser Gruppe einzuschätzen. Besser gesagt: So hoch war diese Gruppe einzuschätzen, muss man korrigierend ergänzen. Trendsetter ist sie heute aber schon lange nicht mehr. Aber heute fasziniert der Gesang der King’s Singers durch die schier unglaubliche gesangliche Perfektion immer noch, aber heute sind die King’s Singers nicht mehr die einzige Truppe, die auf höchstem technischen und musikalischen Niveau die Konzertbesucher begeistert. Und es gibt außer dem Bassisten keinen Charismatiker mehr in der Formation, und auch die Charakteristik der Stimmen ist weniger ausgeprägt als früher. Die phänomenale Feinabstimmung und der homogene Gesamtklang faszinieren auch heute noch, wo doch schon lange kein einziger mehr aus der Gründergeneration des Ensembles dabei ist.

Ob das Programm der Jubiläumstournee geschickt zusammengestellt ist, das scheint nach dem Eindruck des Celler Konzerts zweifelhaft. Diese kunterbunte Mischung bietet zwar sicher für jeden Geschmack etwas, aber es entstand eher der Eindruck eines beliebigen Wunschkonzertdurcheinanders als das einer geschickt abgestimmten Mischung. Und so manch kompositorisch fragwürdiges zeitgenössisches Stück britischer oder amerikanischer Herkunft nahm an diesem Abend so viel Platz ein, dass so grandiose Bearbeitungen wie die abschließend mitreißend gesungene Ouvertüre zu Rossinis „Wilhelm Tell“ viel zu kurz kamen. Und auch erstklassige Moderne kam außer mit Takemitsu nicht im Programm vor. Genauso wie Bach. Das war schade, zeigte sich doch gerade beim kurzen Ausflug in unterhaltende Genres, dass die King’s Singers sehr wohl auch heute noch einzigartig wirken können. Dann nämlich, wenn sie Renaissance- oder Volksmusik direkt gegen moderne Popsongs stellen. Das aber geschah an diesem Abend ganz wenig. Sehr schade.

Von Reinald Hanke

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