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Celle Stadt 58500 Euro Abfindung für Mitarbeiterin des Josef-Stifts
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 58500 Euro Abfindung für Mitarbeiterin des Josef-Stifts
13:21 04.08.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

M. hat zudem Anspruch auf ein wohlwollendes qualifiziertes Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnis. Im Vergleich vereinbarten beide Seiten, dass die Leistungen der Klägerin mit der Note „gut“ bewertet werden und dass ihr Verhalten dem Arbeitgeber gegenüber „stets einwandfrei“ war. Darüber hinaus verpflichten sich Klägerin und das AKH, die wechselseitig erhobenen Vorwürfe nicht mehr aufrecht zu erhalten. Außerdem legt M. mit sofortiger Wirkung ihr Amt als Ersatzbetriebsrat nieder.

M. wird dem Vergleich zufolge von August bis Dezember 2010 von ihrer Tätigkeit freigestellt, erhält aber für diese Zeit ein Monatsgehalt in Höhe von 1350 Euro brutto. Von Januar bis März 2011 nimmt die Klägerin unbezahlten Urlaub.

„Ich bin froh, dass es vorbei ist und ich da nicht mehr arbeiten muss“, sagte M. Sie sei mit dem Vergleich zufrieden. Die Gegenseite bewertete den Kompromiss differenzierter: Auf Sachebene sei das eine richtige Entscheidung, kommentierte Olaf Schauer, beim AKH unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, das Ergebnis. „Auf finanzieller Ebene ist der Vergleich aber ein hartes Los.“

Die Klägerin M. war knapp 20 Jahre beim St. Josef-Stift beschäftigt, davon etliche Jahre als Teamleiterin – zuletzt in der Gefäßchirurgie. Nach einer beruflichen Auszeit von vier Jahren – M. kümmerte sich drei Jahre um die Erziehung ihrer Kinder und beendete ihr Studium – wollte die 43-Jährige im September vergangenen Jahres wieder in ihre alte Tätigkeit als Teamleiterin zurückkehren. Das St. Josef-Stift bot ihr die Teamleitung in der Geriatrie zum 1. April dieses Jahres an. Um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten, sollte M. fünf Monate lang im Drei-Schicht-System eingearbeitet werden.

Während das St. Josef-Stift die Einarbeitung im Schichtdienst aufgrund der spezifischen Aufgaben in der Abteilung für erforderlich erachtete, sprach M. von „Schikane“. Die Klägerin hielt es aufgrund ihrer bisherigen Erfahrung als Teamleiterin für nicht notwendig, im Schichtdienst zu arbeiten. Zudem sei die Betreuung ihrer Kinder so nicht mehr zu gewährleisten, sagte sie. Sie klagte gegen das AKH und war seitdem aufgrund der psychischen Belastung krank geschrieben.

In der Verhandlung hatte der Anwalt des Arbeitgebers, Thomas Stillahn, deutlich gemacht, dass das Arbeitsverhältnis zerrüttet sei. „Wir sehen da keine Basis mehr“, sagte er. Die Anwältin der Klägerin, Christiane Greiner-Braschke, argumentierte, dass die Elternzeit nicht dazu führen dürfe, „dass man rausgekegelt wird“. Stillahn wies dies zurück und betonte den anfänglichen Kooperationswillen bei der beruflichen Eingliederung von M.