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Celle Stadt 60 Jahre Jubiläums-Turnier des Bridge-Clubs Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 60 Jahre Jubiläums-Turnier des Bridge-Clubs Celle
11:33 07.09.2016
Celle Stadt

Am Eingang erhielt jeder Teilnehmer zur Begrüßung einen Piccolo mit dem Aufkleber: 20. August 2016 60 Jahre Celler Bridge Club Die Tische im großen Saal des Hotels „Celler Tor“ waren mit Heide-Gestecken, den zu gewinnenden Preisen, geschmückt.

Nach dem gemütlichen Kaffeetrinken begrüßte die erste Vorsitzende Klaudia Garrelfs die 84 Spieler zum 60 jährigen Jubiläums-Turnier. Die Mitglieder folgender Bridge-Clubs nahmen die Einladung an: BC Aachen, BC Braunschweig, BC Großburgwedel, BC Leinetal, BC Goslar, BC Lüneburg, BTSP Hannover und BC Walsrode.

Klaudia Garrelfs bedankte sich bei den gesamten Vorstandsmitgliedern (2. Vorsitzende, Bärbel Wilhelm, Sportwart/Turnierleitung Rainer Hitzemann, Turnierleitung Vera Neugebauer, Computer- Auswertung Karin Rehl, Kassenwart Vera Merkel) für die hervorragende Zusammenarbeit, um so ein großes Fest zu planen. Für die zahlreichen Torten, Kuchen und Platten erhielten alle fleißigen „Kuchenbäckerinnen und -bäcker“ große Anerkennung.

Klaudia Garrelfs gab einen Rückblick des Bridge-Clubs Celle. Zwei private Bridge-Zirkel in Celle verband Wather Jantzen, der Bridgeunterricht erteilte, zu einem Verein. Bei dreißig Mitgliedern wurde Carola Mertens 1956 die erste Vorsitzende des Bridge-Clubs Celle. Herr Jantzen übernahm die Aufgabe des Sportwartes und gab weiterhin Bridgeunterricht. Frau Dr.Traute Bunke und Herr Dr. Emsmann folgten als Vorsitzende. Danach lenkte Maria Teuter zweiundzwanzig Jahre die Geschicke des Vereins, bevor 1987 Gun Schridde das Amt übernahm. Rainer Hitzemann übernahm von Walther Jantzen das Amt des Sportwarts und der Turnierleitung. Seit 1997 führt Klaudia Garrelfs den Vorsitz. 2006 stieg eine Celler Team-Mannschaft (4 Paare) in die Regionalliga auf, die heute im sportlichem Wettkampf einen mittleren Patz hält. Der Club besteht aus fast neunzig Mitgliedern. Es wird zweimal in der Woche im TuS-Heim, Nienburger Str. gespielt (am Dienstagabend und Donnerstagnachmittag).

Die Geselligkeit neben dem sportlichen Wettkampf ist den Bridgespielern wichtig. Im Anschluss an besonderen Turnieren wird die Zeit nach den Spielen genutzt, um Kontakte zu pflegen. Im Frühjahr gibt es eine interne Clubmeisterschaft. Dem folgt ein Individualturnier zur Spargelzeit. Die befreundeten Bridge Clubs Leinetal, Großburgwedel und Celle treffen sich mit je vier Paaren einmal im Jahr und spielen ein Sommer- Pokal-Turnier. Eine jährliche Einladung an die anderen Bridgeclubs zum Heideblütenturnier wird immer gern angenommen. Nachdem Weihnachts-Turnier wird ein gemütliches Beisammensein gepflegt.

Neben dem Bridgespielen darf die Geselligkeit auch nicht zu kurz kommen. Den zweiten Mittwoch im Monat treffen sich Interessierte zum Frühstück-Stammtisch in einem Café. Seit zwanzig Jahren bereitet Christel Andree eine drei-Tages-Bridgereise vor. Jedes Jahr führt die Reise in unterschiedliche deutsche Städte. Während der Bahnreise werden natürlich auch die Karten herausgeholt und das Bridgespiel beginnt. Am Tag wird die Umgebung erkundet und am Abend Bridge gespielt. Beide Angebote werden zahlreich angenommen.

Klaudia Garrelfs wünschte allen Teilnehmer einen harmonischen und erfolgreichen Nachmittag und Abend. In gewohnter Weise übernahmen Vera Neugebauer und Herr Hitzemann die Turnierleitung.

An einundzwanzig Tischen begann das Turnier. Der Alleinspieler, der Endkontrakt, das Ausspiel und das Ergebnis wurden in „Bridge-mates“ eingegeben. Nach 30 Boards wertete der Computer die Siegerplätze aus. Klaudia Garrelfs gratulierte den Gewinnern. Den ersten Platz gewannen Frau Ahlgrimm/Frau Schönberg-Kollmeier (BTSP Hannover) mit 67,98 % und der zweite Platz ging auch mit Frau Werwitzke/Frau Seidel zum BTSP Hannover. Das beste Celler Paar Ulrike von Saldern/Dirk Knauer erspielte 54,40 %, dicht gefolgt vom Paar RenateStreich/ Karin Rehl mit 53,90% und Rita Eisermann/Regine Boyens mit 53,45 %. In gewohnter Weise konnten sich die Gewinner je ein Heidegesteck auswählen.

Während des hervorragenden Menüs trug Hermann Wiedenroth - ein Celler Künstler und Mitglied der Bibliotheksgesellschaft – mehrere kurzweilige Geschichten, Aphorismen und Gedichte zum Jubiläum und zur Heideblütenzeit vor: „Das Krähengespräch“ von Herrmann Löns, „Die Raupe“ von Karl Bunje, „August“ von Theodor Storm usw. Alle erfreuten sich über die Darbietung und applaudierten.

Frau Kleinegrauthoff vom BC Leinetal bedankte sich bei den Veranstaltern für die aufgebrachte Mühe und das gelungene Fest. Sie freue sich auf das nächste große Turnier in Celle. Alle applaudierten und das gemütliche Beisammensein begann.

Zur Geschichte des Bridge-Spieles

Erste Wurzeln des Bridge-Spieles sind in England des 16. Jahrhunderts zu finden. 1529 wurde es erstmal von Bischof Latimer erwähnt. In der Folgezeit entstanden Bridge-Prototypen unter den Namen Trump, Slamm, Whist und Whisk. Whist erfreute sich Mitte de s17. Jahrhunderts sehr großer Beliebtheit. Das erste Whist-Buch erschien 1728. Bridge, das Whist in seiner Popularität ablösen sollte, wurde sowohl in England als auch in den USA Ende des 19. Jahrhundert eingeführt. Unter Namen wie Khedive (türkisch für Vizekönig in Ägypten) und Britch (russisch Biritch für Reizung eines Ohne-Trumpf-Spiels) wurde das Spiel schnell bekannt. In England erhielt Britch 1886 den Namen Russisches Whist. 1926 erschien in England das erste Bridge-Magazin. 1928 wurde die erste nationale Meisterschaft in den USA gespielt: der Vanderbilt Cup. 1935 fand in New York die erste Bridge-Weltmeisterschaft statt. Es gewann die USA vor Frankreich. 1958 konstituierte sich der erste Welt-Bridge-Verband (WBF) 1960 fand im italienischen Turin erste Team-Olympiade statt; bei der Frankreich vor Großbritannien siegte. Heute sind Frankreich und die Niederlande große Verbände. Aber auch die skandinavischen Länder und Polen haben viele internationale Titel errungen. In Asien gibt es inzwischen mit Indonesien und China große Verbände. 1955 erhielt Bridge die Anerkennung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). 1993 schafften die Italiener die Aufnahme in ihr nationales Komitee. 2002 in Salt Lake City wurde Bridge als Demonstrations-Sportart vorgeführt.

Was ist Bridge eigentlich?

Bridge ist ein Kartenspiel für vier Personen. Turnierbridge wird mit einem festen Partner gegen andere Paare gespielt. Dabei sitzt man seinem Partner gegenüber und versucht durch die erste Phase des Spiels (Reizung) seinem Partner möglichst genau vorauszusagen, wie viele Stiche man, mit welcher Trumpffarbe erhält. In der zweiten Phase des Spiels (Spieldurchführung) geht es darum, die im Reizprozess versprochene Anzahl der Stiche zu bekommen, möglichst natürlich mehr. Bridge wird mit einem 52er Blatt gespielt. Die vier Farben heißen: Pik, Coeur, Karo, Treff. Die Wertigkeit der Karten geht von der höchsten, dem Ass über König, Dame, Bube bis hinunter zur 2. Beim Turnierbridge sind Zufall und Kartenglück ausgeschaltet. Alle Spieler verwenden die gleichen Karten. Es kommt nicht auf das erreichte Ergebnis an sich an, sondern vielmehr auf das in der Relation zu den anderen Resultaten erzielte Ergebnis. Für die Platzierung ist nur entscheidend, was der Spieler aus seinen Karten im Vergleich zu den anderen Gegenspielern dieses Kartenspiels (Board) schafft. Es gibt keine guten oder schlechten Karten. Deswegen ist das Denkspiel Bridge in besonderem Maße dazu geeignet, auch als Leistungssport betrieben zu werden. Auf diesem Niveau stellt Bridge hohe Anforderungen an die Konzentration und an die strategischen Fähigkeiten. Bridge bietet für Jeden etwas. Das faszinierendste Kartenspiel der Welt ist sowohl geistig anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung als auch sportiv. Aber auch der gesellige Aspekt dieses auf verschiedene Weise kommunikativen Spieles kommt nicht zu kurz. Bridge bietet für jede Altersstufe, für jeden Grad an Ehrgeiz die Möglichkeit zur ganz individuellen Entwicklung. Es gibt über Internet und Computer-spiele viele Trainingsmöglichkeiten. Bridge schult das logische Denken, trainiert das Gehirn, die Kombinationsfähigkeit, die Konzentration und das Gedächtnis.

Kontakte

Interessenten, die das Bridge-Spiel noch nicht kennen und die Anfänge erlernen möchten, können sich bei der Vorsitzenden oder dem Sportwart melden. Alle Bridge-Spieler, ob mit wenig oder viel Spielerfahrung sind im Club-Turnieren willkommen. Dienstag Beginn: 18:00 Uhr Donnerstag Beginn: 14:30 Uhr TuS-Heim, Nienburger Str.

Bridge-Club Celle Vorsitzende: Klaudia Garrelfs, Am Hang 2, 29308 Winsen, Tel. (0 51 43 – 88 66) Sportwart: Rainer Hitzemann, Hüttenstr. 27, 29223 Celle, Tel. (0 51 41 – 334 70) www.celler-bridge-club. de

Der Bridge-Club bietet Bridge-Unterricht an.

Noch weitere Hinweise aus dem Internet www.bridge-verband.de

Bridge ist... Sport

So sagte es der ehemalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch in seiner Begrüßungsrede anlässlich des ersten IOC Grand Prix im Olympischen Museum von Lausanne im September 1998, zu dem die besten sechs Bridge-Teams der Welt aus Brasilien, Frankreich, Italien, Polen, USA und China geladen worden waren. Dieser erste Bridge-Demonstrationswettbewerb (1998) dauerte fünf Tage und es gab zwei Sieger: Im Finale spielten Brasilien und China unentschieden (1999 besiegte Italien die USA).

Bridge ist... Psychologie

Neben den logisch-kombinatorischen Aspekten ist im Bridge die Psychologie ein ganz entscheidender Faktor. Zum erfolgreichen Bridgespiel ist das Eintaxieren des Gegners, seiner Handlungen und die Analyse seiner Spielsituation unerlässlich. Man muss sich viele Situationen wie in einem guten Detektivroman vorstellen: da man keine sicheren Beweise für die "Kartenhaltung" seiner Gegner hat - die Karten sind ja verdeckt - muss man sich anhand von Indizien ein Bild der Realität konstruieren. So ist es auch mit kleinen psychologischen Tricks machbar, den Gegner in die Irre zu führen. Gerade dieser Teilaspekt macht Bridge so unverwechselbar und lässt den einmal in den Bann Gezogenen so leicht nicht mehr los.

Bridge ist... für jeden etwas

Gerade durch die Vielfalt der Elemente ist Bridge für jeden etwas; jeder kann seinen individuellen Stil entwickeln, der häufig Rückschlüsse auf den Charakter des jeweiligen Spielers zulässt: der Mutige, in "Fachkreisen" auch "Zocker" genannt, neigt zu risikofreudigem Spiel, der Logiker orientiert sich an den mathematischen Wahrscheinlichkeiten und der Vorsichtige vermeidet, soweit möglich, jedes Risiko. Aber in verschieden Situationen erfüllt wohl jeder Spieler einmal jede der genannten Rollen... Außerdem wird derjenige, der heute ein großes Turnier, z.B. eine deutsche Meisterschaft, besucht, einen repräsentativen Querschnitt durch alle Bevölkerungsschichten und Altersklassen vorfinden.

Bridge wird... olympisch

Bridge ist durch das Internationale Olympische Komitee in die olympische Familie aufgenommen worden. Im Juni 1995 wurde der Welt-Bridgeverband (WBF) zur anerkannten Organisation gemäß Artikel 4 der Olympischen Charta erklärt. Damit ist der WBF seinem Ziel, als internationaler Sportverband anerkannt zu werden, einen großen Schritt näher gekommen.

Kurz vor der offiziellen Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City erhielt Bridge im Rahmen eines IOC-Meetings die Gelegenheit, sich als Sport den Mitgliedern des IOC darzustellen, und zwar wurden Wettbewerbe in den Konkurrenzen Open, Damen und Junioren organisiert.

Durch seine weltweit überragende Stellung unter den Denksportarten ist Bridge dazu prädestiniert, als erste nicht-physische Sportart mit Medaillen ausgezeichnet zu werden. Den WBF, den Dachverband von Millionen aktiven Bridgespielern weltweit, gibt es seit 1958. Unter seiner Schirmherrschaft finden Weltmeisterschaft (Bermuda Bowl) und Bridge-Olympiade für Teams im jährlichen Wechsel statt.

Bridge ist... auch in Deutschland im Kommen

Bridge führt in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern, wie zum Beispiel unserem Nachbarn Holland, noch eine relative Schattenexistenz. Aber der Trend ist stetig steigend, was Organisation und Mitgliederzahlen im Deutschen Bridgeverband (DBV), der Dachorganisation des deutschen Bridges, anbelangt. Der DBV ist in 13 Landesverbände mit rund 480 Vereinen untergliedert und hat zur Zeit ca. 29.000 Mitglieder.

Auch sportlich haben deutsche Spieler und vor allem Spielerinnen in den letzten Jahren für herausragende Erfolge gesorgt: Die Schüler und Junioren wurden Europa- bzw. Weltmeister, die Herren und Damen konnten ebenfalls innerhalb der letzten Jahre eine bzw. zwei Weltmeisterschaften für Deutschland erringen.

Von Regine Boyens