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Celle Stadt 700 Celler bejubeln drei Hamburger
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 700 Celler bejubeln drei Hamburger
17:56 18.12.2017
Eine Boygroup im besten Alter: (von links) Joja Wendt, Rolf Claussen und Stefan Gwildis sind eigentlich gestandene Solokünstler bekannt. In der Congress Union stehen die drei "Söhne Hamburgs" aber gemeinsam auf der Bühne. Quelle: Peter Bierschwale
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Die drei „Söhne Hamburgs“ sind eigentlich erfolgreiche Solo-Künstler: Joja Wendt ist einer der erfolgreichsten Jazz- und Pop-Pianisten, Sänger Stefan Gwildis gilt auch als „die“ deutsche Soulstimme. Rolf Claussens Schwerpunkt liegt eher auf der Schauspielerei, aber singen und Bass spielen kann er auch recht ordentlich.

Ein für das Trio typisches Lied gab es gleich zu Beginn zu hören: "Kira Petersen". Es handelt von der gleichnamigen Fisch-Fachverkäuferin und spielt auf einer friesischen Insel. Der Gesang von Rolf Claussen wird von schwungvollen südamerikanischen Rhythmen begleitet und der Text ist nicht so ganz ernst zu nehmen: „Es ist die Art, wie du die Krebse knackst!“

Musikalisch wurde der Auftritt in Celle weitgehend vom Gesang getragen – egal, ob die drei jeweils solo oder dreistimmig sangen. Da verzichteten sie häufig auch auf die instrumentale Begleitung. Das klang mit diesen drei Stimmen klasse.

Bei Vittorio Montis bekanntestem Stück, dem „Csárdás“ konnte Wendt dann seine Virtuosität am Flügel unter Beweis stellen: Ohne gestresst zu wirkten, spielte er das Instrumentalstück mit Leichtigkeit und in einem Wahnsinnstempo.

Anschließend wurde es wieder norddeutsch, zunächst durch Stefan Gwildis. Der sang das „Hamburger Regenlied“, und beregnete dabei zur Freude der hinteren Zuschauer die erste Reihe mit einem speziellen Regenschirm.

Es folgte im Titelsong „Moin, Moin, Moin!“ die augenzwinkernde Klärung dessen, was das Norddeutsche ausmacht, gesungen von Joja Wendt: „Manche sagen, wir sind nüchtern, äußerst langweilig und schüchtern. Ich sach nur, die haben keine Ahnung. Ihr wisst nicht, was in uns geschieht. Wir sind pures Dynamit.“

Vor der Pause erklang dann noch ein Weihnachts-Medley, das dem Publikum die Tränen in die Augen trieb, weil die Texte den Originalen zum Verwechseln ähnlich klangen. Aus „Jingle Bells“ wurde „Single Welt“ und zu der Melodie von „White Christmas“ sangen die „Söhne Hamburgs“ diesen Refrain: „Lars kriegt nichts, er weiß schon warum: Denn wenn er was kriegt, mäkelt er nur dran rum!“ Das klingt möglicherweise unspektakulär, als aber fast 700 Stimmen den Refrain „Lars kriegt nichts!“ fröhlich mitsangen, war die Stimmung im Saal kaum zu überbieten.

In der Zugabe wurde es dann tatsächlich noch etwas besinnlich, als Joja Wendt ganz zart und mit gedämpftem Bühnenlicht „Stille Nacht“ spielte, und das Publikum die Melodie ebenso zart mitsummte.

Von Peter Bierschwale