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Celle Stadt 725. Geburtstag: Liebeserklärung an Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 725. Geburtstag: Liebeserklärung an Celle
18:00 05.06.2017
"Celle ist liebenswert": Oberbürgermeister Jörg Nigge lieferte während des Festakts zum Stadtjubiläum zahlreiche Argumente, warum man Celle lieben muss. Wie dynamisch die Stadt auch am 725. Geburtstag ist, bewiesen das Ensemble des Schlosstheaters und Celler Schüler mit ihren Einlagen. Quelle: Alex Sorokin
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"Celle ist so liebenswert, weil man hier immer wieder auf Überraschungen trifft", nannte Nigge als ein Argument. So sei die Stadt eine einzigartige Einkaufsstadt mit hohem Anteil inhabergeführter Geschäfte. Doch der Oberbürgermeister lobte nicht nur: "Wir hatten zuletzt Einbrüche in der Gewerbesteuer", sagte Nigge und fügte an Weil gewandt hinzu: "Ich erinnere hier nur mal an Geburtstagsgeschenke ..." Die nicht ganz ernst gemeinte Forderung erntete Applaus und Lacher der Gäste.

Weil revanchierte sich mit einer ebenso amüsanten Rede. "Ich bin in Hannover aufgewachsen, einem Ihrer Vororte", sagte der Ministerpräsident in seinem Grußwort. Er fühle sich wohl in Celle, und das schon seit seiner Kindheit. Aufgewachsen in der durch den Krieg zerstörten Landeshauptstadt, war er als kleiner Junge bei einem Ausflug nach Celle "bass erstaunt, wie eine Stadt noch aussehen kann". Darüber hinaus ging Weil auf die Bedeutung Celles in der Vergangenheit ein. "Ohne Celle keine Welfen", führte er beispielsweise an. Auch heute käme Celle mit dem Oberlandesgericht, der Justizvollzugsanstalt und den Erdölunternehmen eine höhere Bedeutung in Niedersachsen zu als anderen Städten vergleichbarer Größe. Abschließend wünschte Weil Celle zum Geburtstag weiterhin "Bürger, die die Stadt voranbringen und tatkräftig mit anpacken".

Festredner Jens Lüpke, Direktor des Katholischen Forums Niedersachsen, schlug hingegen nachdenklichere Töne an. Mit der Frage, ob man das Stadtjubiläum überhaupt feiern müsste, leitete er seine Rede ein und entwickelte eine philosophische Diskussion. In der heutigen Zeit sei eine Stadt "ein gesamtgesellschaftliches Labor", in dem die kulturelle Verständigung stattfindet. "Die Stadt wird selbst zum Kulturgut", sagte Lüpke, das Jubiläum müsse gefeiert werden.

Zwischen den Reden sangen, tanzten und spielten das Ensemble des Schlosstheaters sowie der Juventis-Jugendchor und die Bigband des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums und verdeutlichten: Celle sprüht vor Lebendigkeit.

Von Amelie Thiemann