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Celle Stadt AKH-Chefarzt und DRK-Bundesmediziner geben Hitzetipps
Celle Aus der Stadt Celle Stadt AKH-Chefarzt und DRK-Bundesmediziner geben Hitzetipps
18:52 24.07.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Celle Stadt

"Auch die Sterblichkeitsrate war damals höher. Gerade bei Menschen über 75 Jahren, die in Ballungsgebieten wohnten", weiß auch Dr. Peter Hannemann, Chefarzt in der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin im Allgemeinen Krankenhaus Celle. Bis zu einer Hitzewelle in dieser Größenordnung ist es in diesem Sommer allerdings noch ein recht weiter Weg. Dennoch müsste man gerade bei den aktuellen Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius und dem prallen Sonnenschein auf die eigene Gesundheit ein besonderes Augenmerk legen, so der Mediziner.

Auch das Deutsche Rote Kreuz warnt vor erheblichen Gesundheitsschäden, die die Wetterlage mit sich bringen kann. Vor allem bei älteren oder kranken Menschen werde daher vermehrt mit Hitzenotfällen gerechnet. "Ältere Menschen haben nicht mehr das gleiche Durstgefühl und trinken daher im Gegensatz zu Jüngeren oft nicht ausreichend", erklärt Hannemann. Auch bei Kindern unter vier Jahren und kranken Menschen sollte darauf geachtet werden, dass sie genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. "Kranke Menschen sind besonders gefährdet, weil bestimmte Medikamente entwässernd wirken", so DRK-Bundesarzt Professor Peter Sefrin. Die Experten empfehlen, die tägliche Trinkmenge von rund 1,5 bis zwei Litern um mindestens ein bis zwei Liter zu erhöhen.

Auch der Alkoholkonsum sollte unbedingt eingeschränkt werden. "Alkohol greift in den Thermo-Regulationsmechanismus des Körpers ein", sagt Hannemann. Bei Hitze produziert der Körper nicht nur Schweiß zum Kühlen, sondern weitet auch die Blutgefäße, um mehr Wärme abzuströmen. Alkohol wirkt diesem Mechanismus entgegen, indem er die Gefäße verengt. Gegen ein Glas Wein auf dem Weinmarkt sei allerdings recht wenig einzuwenden, so Hannemann. Wichtiger sei es gerade bei solchen Veranstaltungen, genügend im Schatten zu stehen.

"Längere Aufenthalte in der Sonne und körperliche Anstrengungen sind unbedingt zu vermeiden. Bewegungen in warmer Umgebung bedeuten eine Doppelbelastung des Kreislaufs", erklärt Sefrin. Zumindest etwas Schutz kann da ein Sonnen- und auch Nackenschutz bieten. "Weite Kleidung, sodass zwischen Stoff und Haut die Luft zirkulieren kann, hilft ebenfalls", ergänzt Hannemann.

Erste Hinweise für einen Hitzenotfall könnten Kreislaufprobleme, ein Gefühl von Benommenheit oder ein plötzlicher Kreislaufkollaps mit wackeligen Beinen sein. Auch Kopfschmerzen können auf Dehydrierung hindeuten. "Als erste Maßnahme sollte man sofort Schatten aufsuchen, sich Luft zufächeln sowie Hand- und Fußgelenke kühlen", rät Hannemann. Auch gekühlte, elektrolythaltige Getränke, wie Apfelsaftschorle helfen, so Sefrin. Wenn innerhalb der nächsten 20 Minuten keine deutliche Besserung eintritt, sollte man den Notruf verständigen oder einen Arzt aufsuchen. Bei einem Zusammenbruch sollte umgehend der Rettungsdienst über die 112 verständigt werden, so die Johanniter Niedersachsen.

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