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Celle Stadt AKH-Gruppe macht Minus von fünf Millionen Euro
Celle Aus der Stadt Celle Stadt AKH-Gruppe macht Minus von fünf Millionen Euro
18:09 24.06.2011
Von Gunther Meinrenken
Baustelle des AKH an Der Wittingerstr. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Mit Hilfe der Unternehmensberatung Roland Berger will das AKH die wirtschaftlichen Herausforderungen meistern. "Die Analyse des Klinikverbundes läuft jetzt seit vier Wochen. Bisher haben wir einen Kassensturz gemacht. Demnach würden wir bis 2015 bei einem Minus von 15 Millionen Euro landen, wenn wir nichts unternehmen", erklärte Oliver Rong, Projektleiter für das AKH bei Roland Berger. Die Wirtschaftsexperten sind jedoch davon überzeugt, "dass sich im gesamten Unternehmen ausreichend Ansatzpunkte finden, um diese wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen", meinte Rong. Man werde in allen Bereichen nach Hebeln suchen, um die Einnahmen zu erhöhen und die Ausgaben zu senken.

Unter dem Titel "Neustart" will die AKH-Gruppe nun auf Konsoldierungskurs gehen. Erste Sofortmaßnahmen hat die Klinik auf den Weg gebracht. "In einem Projektbeirat wollen wir die Mitarbeiter an den Veränderungsprozessen beteiligen. Hier sollen konkrete Projekte mit einem festen Zeitrahmen und Ziel auf den Weg gebracht werden", sagte Vorstandssprecher Stephan Judick, der von schwerwiegenden Entscheidungen sprach, die auf eine möglichst breite Basis gestellt werden sollen.

Zu den ersten Maßnahmen zählt ein neues Verfahren bei der Besetzung von Chefarztstellen. "Nachdem es dort zuletzt in der Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie Probleme gab, sollen die Chefärzte stärker eingebunden werden. Die Kandidaten sollen an ihrem Arbeitsplatz kennen gelernt werden. Nach drei Monaten muss geschaut werden, wie sich die neuen Chefärzte entwickelt haben", sagte Rong.

Aktuell ist das AKH dabei, die räumliche Situation in der Notaufnahme zu verbessern. "Die Notaufnahme ist oft das erste, mit dem die Patienten des AKH in Berührung kommen. Hier müssen wir die Wartezeiten verkürzen", erklärte Betriebsratsvorsitzender Ernst-Günter Mörsel. Ursache hierfür sind nicht zu wenig Ärzte, sondern zu wenig Räume. Da nur drei Behanldungszimmer zur Verfügung stehen, komme es auf dem Flur oft zum "Patientenstau". "Wir werden die Anzahl der Behandlungszimmer in den kommenden acht Wochen auf sechs erhöhen", verspricht Judick.

Zudem will das AKH um mehr Vertrauen bei den einweisenden Ärzten werben. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr gab es gerade im Bereich der Chirurgie einen Einweisungsboykott, nachdem das AKH einen leitenden Oberarzt beurlaubt hatte. Gunther Meinrenken