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Celle Stadt AKH stellt sich auf Demente ein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt AKH stellt sich auf Demente ein
19:59 12.10.2018
Von Gunther Meinrenken
Ingrid Müller, Oberärztin der AKH-Geriatrie, demonstriert, wie die Tovertafel funktioniert.  Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Oberärztin Ingrid Müller wischt über den Tisch, auf dem von der Decke aus Laubblätter projiziert werden. Wie von Geisterhand bewegt sich das Laub auf die andere Seite. Wenn dort jemand sitzen würde, könnte er es wieder zurückfächeln. Was auf den ersten Blick wie eine nette technische Spielerei aussieht, hat einen tiefergehenden therapeutischen Nutzen. Gerade Demenzkranke können so ihre körperliche Aktivität steigern und die soziale Interaktion verbessern. Die so genannte Tovertafel, die in Holland entwickelt wurde und auf der man unter anderem auch fiktive Bälle hin- und herwerfen kann, ist ein Teil der Neuerungen, mit der sich das Celler AKH verstärkt auf die Bedürfnisse von dementen Patienten einstellen möchte.

Als vor ein paar Wochen die Celler Demenz-Initiative (CDI) ihr zehnjähriges Bestehen feierte, stand bei einer Fachtagung auch das Thema "Demenz im Krankenhaus" im Mittelpunkt. CDI-Vorstandsmitglied Wolfram Beins benannte drei Eckpfeiler, die er auch gerne beim Celler AKH verankert wissen möchte, um dieses zu einer demenzfreundlichen Klinik zu entwickeln.

"Zum einen müssen die Mitarbeiter fortgebildet werden, woraus dann eine gemeinsame Grundhaltung entwickelt werden kann. Wichtig ist auch, dass die räumliche Gestaltung auf die Besonderheiten von Demenzkranken zugeschnitten wird", sagte Beins. Und letztlich sei es unbedingt erforderlich, alle Strukturen von Zwang zu vermeiden. Sprich: Patienten sollten möglichst nicht fixiert oder medikamentös ruhiggestellt werden, um zu verhindern, dass sie aus dem Bett fallen. "Es gibt zum Beispiel so genannte Niederflurbetten, die man sehr tief absenken kann. Damit wäre die Verletzungsgefahr nicht mehr gegeben", erklärte Beins, der sich auch wünschen würde, dass die Dementen in den Alltag auf der Station eingebunden werden, etwa durch Hilfstätigkeiten.

Wie eine Anfrage beim AKH zeigt, hat sich die Klinik schon auf den Weg gemacht, um sich auf demente Patienten besser einzustellen. Als Modellstation dient die Station DO auf der Geriatrie, wo auch Müller als Oberärztin tätig ist. Neben der Tovertafel sind dort bereits große Zimmernummern angebracht worden. "Daneben wurden auch Motive verwendet, wie zum Beispiel Maiskolben, welche auch im Zimmer wiederholt werden. Dies erleichtert den Patienten die Orientierung", sagt Müller, die in der CDI mitarbeitet.

Die Modellstation wurde zudem bereits mit großen Uhren und Tafeln versehen und es gibt Kuscheltiere und Therapiepuppen. Und auch zehn Niederflurbetten wurden bereits bestellt. Sie sollen Anfang Februar zur Verfügung stehen. "Patienten werden auch derzeit schon mit kleinen Aufgaben in den Stationsalltag integriert, indem sie zum Beispiel die Pfleger begleiten oder helfen, Handtücher zu falten", berichtet Müller. Man suche bei unruhigen, umtriebigen dementen Patienten nach Aufgaben für diese, damit diese ihren Bewegungsdrang und auch Antrieb zu helfen ausleben könnten, was in Einzelfällen dann so auch ausgelebt werden könne, so Müller.

Ab kommenden Januar wird die Geriatrie-Oberärztin beginnen, spezielle Fortbildungen für Mitarbeiter durchzuführen. Mitarbeiter der DO wurden bereits durch die Medizinische Hochschule Hannover geschult. Und ab Dezember werden Demenzlotsen ausgebildet, die die Patienten auf ihren Wegen durch die Klinik begleiten. Diese Aufgabe wird von den ehrenamtlich aktiven Grünen Damen übernommen.

Auch wenn die Organisation des Stadtfestes "geschmeidig durchgeht", sucht der Vereinsvorstand über die Wintermonate weitere Lösungsvorschläge.

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