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Celle Stadt AKH will Abrechnungswesen verbessern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt AKH will Abrechnungswesen verbessern
18:12 06.11.2018
Von Gunther Meinrenken
Fehler bei der Abrechnung kosten das AKH jedes Jahr bares Geld. Jetzt soll die Dokumentation der Behandlung verbessert werden. Quelle: Christian Link
Celle

Wenn man sein Auto zur Reparatur bringt oder einen Handwerker mit Arbeiten in den eigenen vier Wänden beauftragt, werden die meisten Kunden im Anschluss zwar einen kontrollierenden Blick auf die Rechnung werfen, in der Regel aber den geforderten Betrag bezahlen. In der milliardenschweren Branche Gesundheitswesen scheint dies anders zu laufen. Die Krankenkassen schauen sich jede Rechnung genau an und kürzen sie, falls sie auf Ungereimtheiten stoßen. Bei mehreren tausend Rechnungen pro Jahr kann sich dies zu einem sehr hohen Betrag an ausstehenden Forderungen summieren. So geschehen am Celler AKH.

Der neue Vorstand Martin Windmann hatte bei den Altforderungen gegenüber den Krankenkassen Tabula rasa gemacht. Das vom AKH beauftragte Wirtschaftsprüfungsunternehmen Warth & Klein Grant Thornton hatte sich bei der Celler Klinik und dem zur AKH-Gruppe gehörenden Klinikum Peine die alten Rechnungen, die immer noch in der Bilanz der Krankenhäuser verbucht waren, genauer angesehen. Ergebnis: Forderungen in Millionenhöhe, bei denen keine Aussicht mehr darauf bestanden haben soll, dass sie jemals beglichen werden, wurden abgeschrieben. Zusammen mit einer erhöhten Rücklage für vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) beanstandete Rechnungen wies die AKH-Gruppe im Anschluss ein Defizit von 16,5 Millionen Euro für 2017 aus.

Viele Leser fragen sich: Warum bezahlen die Krankenkassen nicht die Behandlungskosten, die ihnen in Rechnung gestellt werden? Dazu AKH-Vorstand Windmann: "Die Abrechnung von Krankenhäusern ist mit eines der kompliziertesten Gebiete im Bereich des Krankenhausmanagements. Im Endeffekt monieren die Krankenkassen beispielsweise die Genauigkeit der Dokumentation. Die Leistung mag zwar erbracht sein, aber ein kleiner Fehler in der Dokumentation bietet den Kassen die Möglichkeit der Rechnungskürzung." Gleiches gelte für die Notwendigkeit von Behandlungen. Hier entstehe immer Streit, "welche Behandlung erforderlich war und welche aus Sicht der Kasse nicht".

Die AOK Niedersachsen liefert auf Anfrage der CZ Beispiele: Ein junger Patient wird mit einer Schleimbeutelentzündung zu einer geplanten Schulter-OP in eine Klinik einbestellt. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben ist dieser etwa 30 bis 45 Minuten dauernde Eingriff ambulant durchzuführen. Sollte das behandelnde Krankenhaus eine stationäre Abrechnung bei der Krankenkasse geltend machen, wird sie diese Vergütungsart ablehnen.

Wiederaufnahme: Eine ältere Dame erhält wegen ihrer schweren Arthrose-Erkrankung ein neues Hüftgelenk. Das behandelnde Krankenhaus ist stark ausgelastet und die ältere Dame wird nach vier Tagen in eine Reha-Klinik zur weiteren Behandlung verlegt. Dort ist die Frau, wegen der immer noch starken Schmerzen, nicht in der Lage, am Therapieangebot der Klinik teilzunehmen. Nachdem das neue Hüftgelenk noch zusätzlich heiß und rot wurde, wird die Dame zurück in die Klinik verlegt und muss dort weiter behandelt werden. Das Krankenhaus kann nun nicht erneut eine Fallpauschale geltend machen, sondern muss beide Aufenthalte als einen Fall ansehen und entsprechend abrechnen.

Windmann möchte in Zukunft die Einnahmeausfälle reduzieren. Zum einen durch interne Maßnahmen: "Neben der engeren Zusammenarbeit der Kodierkräfte mit den Mitarbeitern auf der Station wird künftig die genaue Dokumentation im Vordergrund stehen", so der AKH-Vorstand. Sprich: Fehler bei der Abrechnung sollen minimiert werden. Doch Windmann möchte sich auch von den Krankenkassen nicht alles bieten lassen. "Wir werden Rechnungskürzungen der Kassen mehr entgegentreten und uns auch vor gerichtlichen Auseinandersetzungen nicht scheuen", kündigt er an.

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