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Celle Stadt Abgesperrter Kreisel: Blinde fühlen sich benachteiligt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Abgesperrter Kreisel: Blinde fühlen sich benachteiligt
17:57 14.06.2017
Von Gunther Meinrenken
Sehbehinderte üben Kritik an der Sperrung der Fußgängerüberwege am Kreisel Neumarkt. Quelle: Christian Link
Celle Stadt

In einer E-Mail an Oberbürgermeister Jörg Nigge fordert Gläser die Stadt auf, die Absperrung sofort wieder zu entfernen. "An dem Übergang sind auch Bodenindikatoren für blinde und sehbehinderte Menschen verlegt, die auf eine zebrastreifengesicherte Querung hinweisen. Das ganze Bodenleitsystem müsste geändert werden, damit diese Personen nicht ahnungslos in den Fahrverkehr laufen", schreibt Gläser. Sollte jetzt ein Unfall geschehen, müsste die Stadt haften.

Die Ampelquerung am Neumarkt ist für Gläser keine Alternative. "Sie ist absolut nicht barrierefrei, enthält keine blindentechnischen Zusatzeinrichtungen und ist durch die zeitversetzten Grünphasen überhaupt nicht mehr zulässig. Gerade Menschen mit Seheinschränkungen benutzten darum den jetzt gesperrten, sicheren Überweg zum Ärztehaus am Neumarkt. Der Übergang am Kreisverkehr ist alternativlos, es sei denn, man gestaltet die Querung am Neumarkt sofort barrierefrei um", meint Gläser.

Der Blindenvertreter übt generelle Kritik an dem Kreisel: "Nach wie vor ist mir schleierhaft, warum man an der Stelle überhaupt einen Kreisverkehr kaum 200 Meter nach einer ampelgeregelten Hauptkreuzung eingerichtet hat. Dass konnte sich schon durch die zahlreichen zusätzlichen Abbieger aus der Hafenstraße nicht rechnen. Die Fußgänger sind nicht der Grund des Übels, denn kurz nach dem Übergang muss man ja ohnehin vor der Ampel halten."

Die Stadt hat hinsichtlich der Absperrung übrigens keine rechtlichen Bedenken: „Wir versuchen, bei allen baulichen Veränderungen immer alle Interessenlagen zu berücksichtigen. Mit der Sperrung der Zebrastreifen bewegen wir uns sicher im rechtlichen Rahmen, zumal es sich lediglich um eine temporäre Maßnahme handelt.“