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Celle Stadt Abschaltung von DVB-T: Cellern droht Schwarzbild im TV
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Abschaltung von DVB-T: Cellern droht Schwarzbild im TV
15:43 16.03.2017
Sebastian Schmidtke berät im Saturn-Markt Kunden zu den neuen DVB-T2 Geräten. Quelle: Michael Schäfer
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Doch was kommt auf die Celler Nutzer zu?: „Der bis 2019 geplante Ausbau von DVB-T2 liegt momentan deutschlandweit bei lediglich 35 Prozent, weshalb der Empfang in manchen Regionen bisher nur über eine Außenantenne verfügbar ist“, erklärt Sebastian Schmidtke, Elektrofachverkäufer beim Saturn-Markt in Celle. In weiten Teilen des Landkreises sieht die Empfangsprognose von Betreiber Media Broadcast düster aus. Während in Celle eine Zimmerantenne ausreicht, wird in Faßberg, Eschede oder Bergen eine Dachantenne zur Pflicht. Besserung ist nicht in Sicht. „Eine Ausstrahlung von DVB-T2 und freenet TV über zusätzliche Senderstandorte in der Region Celle ist aktuell nicht geplant“, sagt Holger Crump von Media Broadcast.

Damit die neue verschlüsselte Frequenz empfangen werden kann, werden viele Fernsehbesitzer ihre alten Geräte aufrüsten müssen. Wer noch kein geeignetes Empfangsgerät besitzt, benötigt eine sogenannte Set-Top-Box, welche im Fachhandel ab 50 Euro erhältlich ist. Laut Schmidtke ist der Verkauf dieser Receiver bereits um dreihundert Prozent gestiegen. Im Vergleich zur Umstellung auf DVB-T von 1997 sei es aber verhältnismäßig ruhig. „Damals gab es einen richtigen Hype“, erinnert sich Verkaufsleiter Markus Haberer. „Die Kunden kauften scharenweise die Paletten leer.“

Während DVB-T völlig kostenlos war, wird für den Empfang privater Sender über DVB-T2 eine jährliche Gebühr von 69 Euro pro Fernsehgerät fällig. Die Zahlungspflicht beginnt im Juli 2017, die ersten drei Monate bietet Media Broadcast seinen Dienst namens Freenet TV kostenlos an. Die öffentlich-rechtlichen Sender bleiben allerdings durchgängig frei empfangbar.

Die jährlichen Gebühren für das bereits werbefinanzierte Privatfernsehen sorgen allerdings für Kritik. „Das ist nur Geldschneiderei“, kommentiert eine CZ-Leserin auf Facebook. „Für mich ist das nur wieder eine Art, an das Geld der Zuschauer zu kommen“, beschwert sich ein anderer. Doch Fachverkäufer Schmidtke hält dagegen: „Für den Verbraucher ist es sogar die günstigste Variante, um HD-Fernsehen zu empfangen“, behauptet er. Durch den neuen Standard könnten die modernen TV-Geräte ihr Potenzial endlich ausschöpfen. „Ich selbst bin auch schon umgestiegen“, sagt Schmidtke.

Technikprofi Schmidtke empfiehlt, beim Kauf einer Antenne auch auf einen LTE-Filter Wert zu legen, damit die Handystrahlung das Signal nicht stört. Eine solche Antenne kostet zwischen 30 und 50 Euro. Wer sowieso den Kauf eines neuen Fernsehapparates plant, solle unbedingt auf das grüne DVB-T2-HD Logo achten. Diese Geräte besitzen bereits einen integrierten Empfänger und benötigen keinen zusätzlichen Receiver. Wer weiterhin das volle Programm über die Antenne nutzen möchte, sollte sich also rechtzeitig um die Umrüstung kümmern. Denn sonst bleibt der Bildschirm bald schwarz.

Von Katharina Hollo