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Celle Stadt Abschluss der „Hofmusik“-Reihe mit Jungem Chor Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Abschluss der „Hofmusik“-Reihe mit Jungem Chor Celle
19:09 22.08.2010
Kleine Hofmusik: Junger Chor Celle mit Egon Ziesmann Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

„Die Hofmusiken sind und bleiben eine Erfolgsgeschichte.“ So begann der letztjährige Bericht zur Abschlussveranstaltung dieser schon zu einer Celler Tradition gewordenen Konzertreihe. Und trotzdem oder gerade weil sie so erfolgreich war, sollte sie vorübergehend abgesetzt werden. Die Leitung des Kulturamtes wollte die Kosten dafür sparen und für andere Zwecke verwenden. Protest auf vielen Ebenen verhinderte dann aber das Ende dieses sommerlichen Veranstaltungszyklus, der auf niedrigschwellige Weise schon vielen Besuchern Freude bereitet hatte. So fanden schließlich auch dieses Jahr wieder neun Veranstaltungen statt, wie immer liebevoll organisiert von den Mitarbeitern des Kulturamtes, allen voran Ina Henning. Wie auch letztes Jahr, so kamen auch dieses Jahr insgesamt etwas über 1000 Besucher. „Diese Zahl lässt sich auch gar nicht mehr groß steigern, weil es immer den einen oder anderen Hof gibt, der nur eine relativ kleine Platzkapazität hat,“ erläuterte Henning. Dieses Jahr hatten nur zwei Konzerte unter misslichen Umständen wie schlechtem Wetter oder gleichzeitig stattfindenden Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft zu leiden. „Aber es gab so manche Zitterpartie. Es ist doch immer schöner, wenn die Veranstaltungen draußen stattfinden können.“

Stimmt: Der bei bestem Spätsommerwetter stattgefunden habende, so lockere wie höchst angenehme Abschlussabend der Reihe im Hof des Capito in der Heese setzte ein Ausrufezeichen hinter die Erfolgsgeschichte der Hofmusiken, die nun wohl niemand mehr wird in Frage stellen wollen.

„Lieder zwischen Sommer und Liebe“, so lautete Motto, das Dirigent Egon Ziesmann dem Programm seines Jungen Chores Celle vorangestellt hat. Dieser erwies sich einmal mehr als ein Chor, dem man die Freude am Singen vom ersten Ton an anhört. Und darum macht es auch dem Zuhörer uneingeschränkten Spaß, dieses Singen zu erleben.

Verantwortlich dafür ist Chorleiter Ziesmann, der seine Begeisterung für die Musik, die er mit seinen vielen Sängerinnen und deutlich weniger Sängern musiziert, geradezu suggestiv vermittelt. Ziesmann dirigiert diese Musik nicht nur, er lebt sie geradezu aktiv vor. Und sein Chor lässt sich willig mitziehen. Da der Chor einerseits gut geschult ist, andererseits der Chorleiter auch um die Grenzen seines Chores weiß, so wählt er einfach die Stücke aus, die im Schwierigkeitsgrad genau passen. Der Chor kann zeigen, was er drauf hat – und das ist mehr als viele Chöre in Celle und Umgebung – klingt aber nie angestrengt. Alles wirkt so locker als ob es die leichteste Sache der Welt wäre, die ausgewählten Chorsätze von vielen Volksliedern und ein paar Kunstliedern so gekonnt zu präsentieren wie das hier zu erleben war.

Boten einen schönen Ausklang der diesjährigen „Hofmusik“-Reihe: Der Junge Chor Celle mit ihrem Leiter Egon Zisemann (rechts) im Hof des Capito in der Heese. Foto: Müller

Von Reinald Hanke