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Celle Stadt Absonderliches und Alltägliches
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Absonderliches und Alltägliches
17:31 04.04.2013
Celle Stadt

In einem gleichermaßen amüsanten wie beeindruckenden „Durchmarsch durch den Gedichtband“, wie es Bomann-Museumsdirektor Jochen Meiners formulierte, rezitierte Kersten markante Beispiele aus den in 13 Kapiteln thematisch sortierten Werken Graßhoffs. Von „Kriegserinnerungen“ („Nie war ich so allein wie im Krieg in Russland“) bis zu Lebenserfahrungen aus einer Bäckerei. Dort fand Graßhoff heraus, dass der Grundriss der Brötchen unübersehbare Ähnlichkeit mit einem Körperteil der Bäckerin aufweise. Graßhoff besingt in seinen Versen Absonderliches ebenso wie Alltägliches und erkennt dabei immer Verblüffendes, was er dem Leser wiederum mit seltener Sprachkraft vermittelt.

Er bedient sich dabei meist einer Lyrik zwischen bisweilen bitterer Sachlichkeit und pointierter Kritik, die immer bar jeder Abstraktion ist. „Die Lesung hat neugierig gemacht“ resümierte Meiners. In der Tat: Neugierig auf eine Wieder- und Neuentdeckung.

Von Rolf-Dieter Diehl