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Celle Stadt Acht Steuersünder aus Celle zeigen sich selbst an
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Acht Steuersünder aus Celle zeigen sich selbst an
18:13 17.02.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Sie stammen aus allen Bevölkerungsschichten, haben Geld am Fiskus vorbei in der Schweiz angelegt – und Angst vor Strafen. Nach CZ-Informationen haben sich acht Steuersünder aus dem Landkreis Celle beim Finanzamt selbst angezeigt. Hintergrund ist der von der Bundesregierung angekündigte Kauf von CDs mit gestohlenen Bankdaten aus der Schweiz.

Mit der Selbstanzeige wollen die Betroffenen der Auswertung der CDs zuvorkommen. Damit besteht für die fünf Männer und drei Frauen die Chance, straffrei auszugehen. Nach Angaben von Jürgen Tostberg, Sprecher des niedersächsischen Finanzministeriums, kann der Staat unter bestimmten Voraussetzungen auf Sanktionen verzichten.

Dem Vernehmen soll es sich bei den acht Steuersündern aus der Celler Region überwiegend um „kleine Leute“ handeln, die beispielsweise Geld von den Großeltern geerbt haben. Zu der Gruppe gehörten aber auch Menschen mit hohen Einkünften, hieß es. Nach CZ-Informationen sollen die zu begleichenden Steuerbeträge zwischen 2000 und 500000 Euro liegen. Steuersünder, die sich „geoutet“ haben, müssen ihre Steuerschuld plus Hinterziehungszinsen nachzahlen.

Bei den ausstehenden Beträgen handele es sich lediglich um Schätzungen, hieß es weiter. Die Betroffenen hätten angegeben, keine exakten Informationen aus der Schweiz über die Höhe der Erträge in den vergangenen Jahren erhalten zu haben. Das Finanzamt werde diese Angaben nun überprüfen.

Wie Ministeriumssprecher Tostberg mitteilte, haben sich in Niedersachsen mittlerweile 273 Steuersünder selbst angezeigt. Die nicht versteuerten Einnahmen hätten ein Volumen von 59,5 Millionen Euro. „Wir erwarten derzeit Steuermehreinnahmen von 19,8 Millionen Euro, sagte Tostberg.

Auf seiner Homepage nennt das niedersächsische Finanzministerium die Voraussetzungen, unter denen Steuerhinterzieher bei einer Selbstanzeige straffrei ausgehen können. „Das Finanzamt muss aufgrund der Angaben in die Lage versetzt werden, ohne weitere Mithilfe des Steuerpflichtigen den Sachverhalt aufzuklären. Falsche Angaben müssen berichtigt, unterlassene Angaben müssen nachgeholt werden“, heißt es dort.

www.mf.niedersachsen.de