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Celle Stadt Ära des „King of Swing“ auf den Punkt gebracht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ära des „King of Swing“ auf den Punkt gebracht
19:30 25.11.2018
Die Blues Serenaders traten mit ihren „Jazzgeschichten“ im Celler Kreistagssaal auf. Quelle: Doris Hennies
Celle

Mit einem kurz angespielten „That Ain't Right“ (Nat King Cole) eröffneten Wolfgang Heidenreich und die Blues Serenaders die diesjährigen „Jazzgeschichten“ im Celler Kreistagssaal. „Beswingter“ konnte man an einem nasskalten Novembertag gar nicht starten – was der begeisterte Applaus zum Ende deutlich unterstrich. Im Mittelpunkt der Geschichte und Geschichten um den Jazz stand diesmal „the King of Swing“: Benny Goodman.

Mit zehn die erste Klarinette

„Ein Ausnahmetalent mit schwierigem Charakter“, wie der Moderator Heidenreich gleich zu Beginn erklärte. Als Sohn armer jüdischer Immigranten in Chicago geboren, bekam er mit zehn seine erste Klarinette und Unterricht in der Synagoge. Bereits mit zwölf Jahren spielte er in verschiedenen Orchestern der Stadt. Seine Vorbilder waren die großen Solisten und Bands der 1920er Jahre.

Eine eigene moderne Frische

Zwischen biografischen Abschnitten und der daran angelehnten Entwicklung des Jazz hatten die sechs Musiker der Blues Serenaders ein musikalisch illustrierendes Programm vorbereitet. Die Combo aus Heinrich Römisch am Kontrabass (er war für den am Wochenende verstorbenen langjährigen Bassisten Horst Wagner eingesprungen), Rainer Haase (Piano), Claus Cordemann (Klarinette, Saxophon) sowie Wolfgang Heidenreich selbst an der Trompete und seinen beiden Söhnen Hermann Heidenreich (Schlagzeug) und Klaus Heidenreich (Posaune) boten von Dixieland über die Hochzeit des Swing bis zu deren Ausklang in die Bebop-Stilrichtung mitreißende Beispiele aus der musikgeschichtlichen Ära von Goodman und dessen Weggefährten und Zeitgenossen. Mal fetzig, mal anschmiegsam-schmusig – die Arrangements des Sextetts hatten trotz Würdigung des Originalsounds eine eigene moderne Frische und nichts Verstaubtes – vor allem in den reichlichen Soloparts. Da wurde gar nicht erst versucht, zu sechst dem Klang einer großen Bigband nachzueifern.

Ein Hauch Klezmer

Höhepunkt ohne Frage war die großartige Interpretation von „Bei Mir Bistu Shein“ (1938 durch die Andrews Sisters bekannt geworden. Das Original wurde 1932 für ein jiddisches Musical geschrieben). Das Klarinettensolo (schon vom typischen Klang her ein Hauch Klezmer) gab die Vorlage, wurde aufgegriffen vom Schlagzeug und rhythmisch virtuos hingetragen zu einem Duo – ein begleitetes Solo der Posaune: Die Brüder Heidenreich in einem beeindruckenden, modernen Schlagabtausch. Die Posaune sehr pur, schnörkellos, modern. Das Thema des Stücks nur ganz pointiert aufgreifend und variiert. Eine umjubelte perfekte Überleitung zum modernen Jazz.

Von Doris Hennies

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