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Celle Stadt Ärger in der "Weihnachtsstadt"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ärger in der "Weihnachtsstadt"
12:02 06.06.2012
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Der ganz große Wurf in Sachen Weihnachtsmarkt schwebte Monika Grawunder vor. Die "Weihnachtsstadt" sollte die Konsequenz aus dem Jahr 2011 sein, dessen Markt Grawunder in einem Schreiben an Kollegen von "Celles Mitte" so charakterisiert: "zerrissen", "grottenhaft schlecht organisiert". Der Weihnachtsmarkt habe "das Image Celles auf Jahre schwer geschädigt", so Grawunder, die gehofft hatte, mit ihrem Gegenentwurf im Rathaus und bei der TSC auf offene Ohren zu stoßen. Die "prächtige Weihnachtsstadt" sollte nach Grawunders Vorstellungen zu der Advents-Hauptattraktion im ganzen norddeutschen Raum werden: "2011 kamen viele Gäste durch fehlende Beschilderung zu der Einstellung, nach Celle wegen des Weihnachtsmarktes zu reisen lohne sich nicht mehr." Dass Ihre Alternativ-Idee nun so sang- und klanglos abgebügelt wurde, ärgert die Innenstadt-Akteurin.

Grawunder mutmaßt, die Stadt habe die Wochenmarktbeschicker, die wegen des Weihnachtsmarktes umziehen sollen, einer "Gehirnwäsche" unterzogen. Dass die Stadt den Innenstadt-Geschäftsleuten ihre Pläne über die Zeitung mitteilt, hält Grawunder für ein Unding. Sie will nicht wahr haben, dass ihre Idee vom Tisch ist, ehe sie diskutiert worden sei: "Unser Wunsch war und ist ein dezentraler Weihnachtsmarkt, der in die gesamte Altstadt integriert wird, das heißt in unserem Bereich natürlich Kleiner Plan und die Mauernstraße."

Grawunder lässt keinen Zweifel daran, dass die "Weihnachtsstadt" dazu dienen solle, Kunden in die Geschäfte zu bringen: "Die Besucher des Weihnachtsmarktes würden so durch unsere gesamte Fachwerkstadt geführt. Nach den Wünschen der Kunden sollten die Weihnachtsbuden locker aufgestellt werden, um Neues zu entdecken und die Fachwerkkulisse genießen zu können. Unsere weihnachtlich geschmückten Läden werden während des Bummels gerne zum Stöbern und Aufwärmen aufgesucht. Wer jedoch nach Besuch eines zentralen Platzes bereits durchgefroren ist, bummelt nicht mehr sondern will nur noch schnell nach Hause." "Perfekt" wäre es nach Meinung der Geschäftsfrau, wenn die Buden einheitlich oder auch themenorientiert gestaltet und Stellplätze wie Sortimente mit den in der Nachbarschaft liegenden Läden abgestimmt würden: "So gelingt endlich mal die Durchblutung der Altstadt. Und das hoffentlich nicht nur zu Weihnachten. So könnte sich eine Erlebnis-Einkaufsstadt Celle entwickeln."

Der Wochenmarkt sollte nach Grawunders Meinung "im Interesse der Kunden auf der Stechbahn bleiben - natürlich weihnachtlich gestaltet. Unsere Vorstellungen haben wir im Januar der Stadt, TSC und allen Citygruppierungen vorgeschlagen, damit rechtzeitig mit den Planungen begonnen werden kann und ein Zusammengehen möglich wird. Warum blieben unsere Vorschläge und Wünsche - obwohl allen Akteuren seit Monaten bekannt - unberücksichtigt?"