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Celle Stadt Ärger nach geplatztem Celler Millionen-Deal
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ärger nach geplatztem Celler Millionen-Deal
19:10 02.09.2016
Von Michael Ende
Quelle: Falk Prokop
Celle Stadt

"Leider hatte die Mehrheit des Rates kein Interesse daran, Hintergründe zu dem geplatzten Investitionsdeal zu erfahren", so CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers. Das Verfahren entspreche "voll und ganz" dem bisherigen Umgang mit dem Rat in dieser "unsäglichen Geschichte": "Erst wird dem Rat nach zweijährigen Verhandlungen ein mögliches Millionengeschäft präsentiert, ohne dass Informationen über den Investor und den möglichen Erfolg seiner Geschäfte eingeholt wurden. Und dann herrscht Stillschweigen."

Zum Glück habe er ein Abonnement der Celleschen Zeitung, so Gevers: "Hintergründe zu dieser Geschäftsanbahnung mussten die Ratsmitglieder erst durch die sehr gründlichen Recherchen der Presse erfahren. Äußerst peinlich für die Wirtschaftsförderung der Stadt Celle. Oder wurden hier dem Rat bewusst Informationen vorenthalten?"

Harsche Kritik am Agieren der Stadt übt auch Falkenhagen: "Wer fast zwei Jahre mit einem Investor über ein derartiges Millionengeschäft verhandelt hat, der hatte auch Zeit und Anlass genug, sich über den Partner zu informieren. Bei jedem Bewerber um ein höherrangiges Amt greift man zum Telefon, um sich über ihn zu informieren. Wahrscheinlich hat die Aussicht auf die Millionen den gesunden Menschenverstand verdrängt."

Leider habe man sich bei der WG zunächst auf die "Beteuerungen des obersten Wirtschaftsförderers Mende" verlassen, so WG-Fraktionsspitze Torsten Schoeps. Als die CZ über den Deal berichtete, hätten die "Alarmglocken" geschrillt. Schoeps: Wie schon beim Verlust von Arbeitsplätzen bei der BKK Mobil Oil durch geplatzte Planungen stelle sich die Frage "nach der Effektivität der Celler Wirtschaftsförderung."

Gevers hofft, dass durch den Millionen-Flop neben dem Imageverlust für die Stadt kein materieller Schaden entstanden ist: "Wie der OB sagte, sind bisher keine Kosten entstanden. Inwieweit kein Schaden entstanden ist, wird sich zeigen. Nach mir vorliegenden Informationen wurde einer Firma, die sich in den Kolkwiesen ansiedeln wollte, im Hinblick auf die Super-Investition eine Absage erteilt. Hoffentlich kann diese Absage revidiert werden."