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Celle Stadt Ärger über Busfahrplan-Fahrplan
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ärger über Busfahrplan-Fahrplan
08:00 26.09.2018
Von Michael Ende
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Wenn man mit dem Bus fahren möchte und an der Haltestelle mitbekommt, dass er längst schon abgefahren ist, dann steht man dumm da. Dieses Gefühl hatten Celler Ortsratspolitiker, als sie am Montag in der Sitzung des städtischen Verkehrsausschusses nach ihrer Meinung zum künftigen ÖPNV-Konzept gefragt wurden und ihnen gleichzeitig von der Verwaltung mitgeteilt wurde, dass die Zeit für Anregungen eigentlich längst schon verstrichen sei. "Dieses Timing ist Unsinn; so wird das alles zur Farce", schimpfte Mathias Pauls aus Klein Hehlen, der gleichzeitig SPD-Fraktionschef im Kreistag ist.

Bis zum 21. September hätten die Kommunen im Landkreis Celle Zeit gehabt, ihre Anregungen zur Fortschreibung des Nahverkehrsplanes beim Kreis anzumelden, hieß es seitens der Verwaltung – wohlgemerkt in einer städtischen Sitzung, die erst am 24. September über die Bühne ging. Aus Kulanzgründen hätte die Kreisverwaltung an der Trift den Kollegen aus dem Rathaus eine Fristverlängerung bis zum 28. September, dem Tag nach der städtischen Ratssitzung, eingeräumt. Und erst nach dem Ablauf der eigentlichen Frist die "Beteiligung" aller 13 Celler Ortsräte? Das sorgte für Unmut.

"Wir sind nicht in der Lage, eine fundierte Stellungnahme abzugeben, weil wir zu kurzfristig eingeladen wurden und nicht genügend Zeit hatten, den 185-seitigen Entwurf der Fortschreibung des Nahverkehrsplans durchzuarbeiten", sagte Westercelles Ortsbürgermeister Reinhold Wilhelms (SPD). Die Stadtverwaltung hätte die Ortsräte spätestens seit dem 11. September über den neuen Entwurf informieren können. Dieser Entwurf des Landkreises datiert bereits vom 5. April 2018 und war im Mai von der Kreistagspolitik beraten worden.

Kaum Handlungsbedarf? Sein Verfasser Ralf Günzel, Chef der Berliner PROZIV Verkehrs- und Regionalplaner GmbH & Co. KG, erläuterte den Status Quo des städtischen ÖPNV. Seit 2014 habe es im öffentlichen Personennahverkehr in Celle eine "sehr starke Qualitätssteigerung" gegeben, so Günzel, der darauf verwies, dass in der Stadt die Busse auf den Hauptstrecken im 30-Minuten-Takt unterwegs seien: "Das kann sich im Vergleich mit anderen Städten durchaus sehen lassen." In Celle würden die Vorgaben des Nahverkehrplans nicht nur erfüllt, sondern "überwiegend übertroffen", so Günzel. Bis auf Neubaugebiete, die natürlich an das Linienbusnetz angeschlossen werden müssten, gebe es keine "Erschließungsgebiete mit Handlungsbedarf."

Allein am Sonntag sei der Celler Busverkehr im Städtevergleich "unterwertig", sagte der Experte, der auch erwähnte, dass man überlege, am Thaerplatz eine zusätzliche Umsteigemöglichkeit einzurichten, um so den Schlossplatz zu entlasten. Obwohl es aus seiner Sicht Mängel "nur als Einzelprobleme, nicht im System" gebe, erhoffe sich Günzel Verbesserungsvorschläge aus der Stadt.

Wehlstraße: Die wichtigste Idee aus dem Rathaus betrifft die Wehlstraße. Hier fehle eine attraktive ÖPNV-Anbindung: "Die vorhandenen nächstgelegenen Haltestellen in der 77er Straße und in der Blumlage werden insbesondere von mobilitätseingeschränkten Personen aus der Senioren-Wohnanlage als zu weit entfernt empfunden. Auch die Anbindung des Neuen Rathauses ist nicht optimal." Die Wehlstraße sollte deshalb mit einer Haltestelle ausgestattet werden, die mit einem attraktiven Takt möglichst unterhalb 30 Minuten bedient werden solle, so die Stadtverwaltung: "Dieses kann zum Beispiel Bestandteil eines Ringverkehrs um die Innenstadt sein." Das bezeichnete Günzel als längst bekanntes "Uraltproblem", das aus "technischen Gründen" nie gelöst worden sei. Deshalb sei auch ein Innenstadt-Ring bisher immer verworfen worden.

Spätbusse: Nach Ansicht der Stadtverwaltung führen die Busse zu früh ins Depot: "In der Kreisstadt sollte auch nach 20 Uhr ein reguläres ÖPNV-Angebot im Linienverkehr zur Verfügung gestellt werden". Mathias Pauls bekräftigte diese Forderung: "Dafür sollten wir uns im Kreistag stark machen." Ob diese Idee noch in den nächsten Nahverkehrsplan eingearbeitet werden könnte, ist fraglich. Dafür dürfte der Bus schon abgefahren sein.

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