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Celle Stadt Ärger um Losverfahren am Celler Hermann-Billung-Gymnasium
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ärger um Losverfahren am Celler Hermann-Billung-Gymnasium
10:24 24.05.2018
Von Michael Ende
Quelle: Symbolfoto
Celle Stadt

Leons Mutter passt das gar nicht. Denn ihr Sohn hatte sich in einem Extrabewerbungsverfahren für die nur am HBG existierende Forscherklasse beworben. Nun könne das HBG die Schüler aus diesem Extraverfahren vor dem Losverfahren nicht mehr der Forscherklasse zuzuteilen: „Das bedeutet für die Kinder, dass ihre Bewerbung, ihr Engagement null und nichtig sind.“

Auch die SPD hält das Vorgehen des Landkreises, das dem HBG eine Aufstockung der Klassenverbände über die üblicherweise vorgesehenen vier Züge aus Platzgründen versagt hat, für grenzwertig und „rücksichtslos“. Die Kreistags-SPD kritisieren die „Alleinentscheidung“ von Landrat Klaus Wiswe (CDU) zum „Eingriff in die Celler Schullandschaft“. „Mir nichts, dir nichts hat der Landrat im Alleingang eine Entscheidung mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Schulstandorte in Celle getroffen – und das zum Nachteil des freien Elternwillens und der Schulwahl künftiger Gymnasialschüler im Landkreis Celle“, sagt SPD-Fraktionschef Mathias Pauls. Wiswe solle seine „Eilentscheidung“ zurück nehmen.

Die SPD trete für die freie Schulwahl für alle Kinder ein, so SPD-Kreisvorsitzender Maximilian Schmidt: „Mit der jetzigen Entscheidung werden zwei Schulen besonders getroffen: Das HBG erfreut sich großer Nachfrage, darf diese aufgrund des Willens des Landrates nicht erfüllen und muss nun rund 50 Kinder ablehnen. Und ebenso wird es der Integrierten Gesamtschule an der Burgstraße gehen, die enorm beliebt ist, regelmäßig aber dutzende Schüler ablehnen muss, jetzt aber aufgrund der erzwungenen Erhöhung der Zügigkeit am Ernestinum ebenfalls keine Möglichkeit haben wird, mehr Schüler aufzunehmen.“

Die SPD will Wiswes Entscheidung dahingehend abändern, dass dem HBG abweichend von der Schulbezirkssatzung für den Jahrgang 2018/2019 abermals die Einrichtung von fünf Zügen gestattet wird. Somit wären nur 20 Schüler abzulehnen, die sich dann an einer Schule mit ähnlichem Profil, nämlich dem Hölty-Gymnasium, anmelden könnten.

Geht das? Landkreis-Pressesprecher Tore Harmening schüttelt auf CZ-Nachfrage den Kopf. Im HBG gebe es derzeit 29 Klassen, aber nur 28 allgemeine Unterrichtsräume für den Sekundarbereich I: „Angesichts der Tatsache, dass ab dem Schuljahr 20/21 das G9-Abitur wieder greift und damit ein Jahrgang mehr beschult werden muss, ist die Raumsituation im HBG derzeit sehr begrenzt, zumal dieses Jahr nur vier Klassen in diesem Bereich ihre schulische Laufbahn beenden.“ Grund dafür sei unter anderem, dass das HBG in der Vergangenheit bereits häufiger Ausnahmeregelungen bewilligt bekommen habe, um dem Elternwillen gerecht zu werden: „Jetzt aber müsste der Landkreis bauliche Maßnahmen ergreifen, während an anderen Gymnasien die Räume leer stehen würden. Das hat die Kreispolitik über alle Parteigrenzen abgelehnt.“

Und der kleine Forscher Leon? Dem hilft jetzt nur noch Daumen drücken. Die Wahl seines Gymnasiums ist zum Glücksspiel geworden. Seine Mama schüttelt den Kopf: „Als Eltern kann man das nur schwer erklären.“ Kleiner Trost, falls es nicht mit dem HBG klappen sollte: Auch an anderen Gymnasien werden Naturwissenschaften gelehrt – und das nicht schlecht: Für die Allgemeine Hochschulreife langt es allemal.

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