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Celle Stadt Ärger um SVO-Jahresabrechnung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ärger um SVO-Jahresabrechnung
13:53 14.03.2012
Von Oliver Gatz
Klaus-Dieter Ziera ‰rgert sich ¸ber die SVO. Quelle: Oliver Gatz
Celle Stadt

Klaus-Dieter Ziera ist SVO-Kunde – und zugleich einer der „Preisrebellen", die sich gegen die steigenden Strom- und Gaspreise des Celler Energieversorgers sträuben. Trotzdem zahlt der 65-Jährige seine monatlichen Abschläge – allerdings weniger als die SVO verlangt. Das macht er per Dauerauftrag, jeweils am Anfang des Monats für den vorausgegangenen Monat.

Jetzt flatterte dem Celler wie auch allen anderen SVO-Kunden die Jahresrechnung für das vergangene Jahr ins Haus. Dabei wird der neue Abschlag für Januar 2012 in der Regel gleich mitverrechnet. Das hat zur Folge, dass viele Kunden mit Dauerauftrag für den Monat Januar zunächst einmal doppelt zahlen. Bei den Kunden mit Einzugsermächtigung – das sind nach SVO-Angaben mehr als 90 Prozent – tritt dieses Problem nicht auf.

Ziera ist sauer. „Diese Rechnung ist formell falsch", schimpft der 65-Jährige. Er fordert eine korrigierte Rechnung ohne Abschlag für den Monat Januar. Wäre das der Fall, hätte Ziera am Ende des vergangenen Jahres trotz gekürzter Abschläge wegen des milden Winters sogar ein Guthaben von 102 Euro gehabt. Jetzt muss er etwa denselben Betrag nachzahlen. Das sieht er nicht ein. „Ich bekomme das Guthaben nicht ausgezahlt", ärgert er sich. „Die SVO ist nicht bereit, das zu ändern."

„Wir bereichern uns nicht, sondern verrechnen das Guthaben", betont SVO-Sprecher Andreas Gerow. Aus abrechnungstechnischen Gründen müsse der Januar-Abschlag bis zum 18. des Monats auf dem SVO-Konto eingegangen sein. Erfolgt dies nicht, wird er im Anschluss in der Jahresrechnung miterhoben. Jeder Kunde mit Dauerauftrag könne sich aber das Guthaben umgehend auf sein Konto überweisen lassen, sagt der Sprecher. Auf diese Möglichkeit werde in der Jahresrechnung hingewiesen.

Allerdings stellt die SVO bei den „Preisrebellen" offenbar spezielle Bedingungen zur Rückzahlung des Guthabens. Dieses werde nur ausgezahlt, wenn die Rückstände beglichen seien, sagt Ziera. Zudem müssten die Kunden schriftlich erklären, künftig auf Widerspruch gegen die Rechnung zu verzichten. „Das grenzt an Erpressung", schimpft der 65-Jährige. SVO-Sprecher Gerow äußert sich dazu nicht näher, spricht von einem „schwebenden Verfahren".

Bei der Erstellung der Jahresrechnung sei eine Unterscheidung zwischen Kunden mit Dauerauftrag und Einzugsermächtigung technisch nicht machbar, fügt Gerow hinzu. Dafür hat Ziera kein Verständnis. Ein halbwegs intelligentes Rechenprogramm müsste doch in der Lage sein, bei Dauerauftragskunden den automatischen Abzug des Januar-Abschlages wegzulassen, meint der 65-Jährige.

Einen Wechsel zu einem anderen Energieversorger wagt Ziera, der seit 2007 der Protestinitiative angehört, nicht. Unter anderem scheut er mögliche Vorauszahlungen. So wird sich der „Preisrebell" auch in Zukunft mit der SVO herumschlagen müssen.