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Celle Stadt Ärger um zu wenige Parkplätze
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ärger um zu wenige Parkplätze
18:33 19.11.2010
Von Oliver Gatz
In der Thüringenstraße stehen etwa 20 Häusern und Wohnungen rund sieben bis acht öffentliche Stellplätze gegenüber. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

„Diese Straße wurde am Schreibtisch entwickelt – ohne groß nachzudenken“, kritisiert Andreas Wietig. Er und andere Anwohner der Thüringenstraße in Wietzenbruch klagen über zu wenig öffentlichen Parkraum in der Straße. Dort befinden sich schätzungsweise etwa 20 Häuser und Eigentumswohnungen im Reihenhausstil. Denen stehen sieben bis acht öffentliche Stellplätze am Straßenrand gegenüber.

Das Hauptproblem seien die Zweitfahrzeuge der Anwohner und die der Besucher, heißt es. Für diese Autos gebe es in der Thüringenstraße zu wenig Platz. Einige Autofahrer müssten deshalb auf den Wendehammer ausweichen – und würden dafür Knöllchen kassieren. „Notgedrungen werden jetzt schon die Grünflächen als Parkplätze genutzt“, sagt Anlieger Peter Römer.

Die Anwohner werfen der Stadt Fehlplanung vor. Bei der Planung der Straße sei der Parkraumbedarf nicht in angemessener Weise berücksichtigt worden. Eine erforderliche, gebietsbezogene Stellplatzbilanz sei nicht vorgenommen worden. „Die Verwaltung ist verpflichtet, Sorge für den ruhenden Verkehr zu tragen“, meint Römer. „Das ist hier nicht geschehen.“

Nach Angaben von Stadtsprecher Wolfgang Fischer erwägt die Verwaltung, am Wendehammer vier zusätzliche Parkplätze einzurichten, um die Parksituation zu entspannen. „Als die Thüringenstraße Anfang der 90er Jahre geplant und gebaut wurde, gab es dort noch keine bebauten Grundstücke, so dass dort die heute vorhandene stark komprimierte Wohnbebauung mit zusätzlichen privaten Stichwegen und Hinterliegerbebauung nicht berücksichtigt werden konnte“, erläutert Fischer. Gesetzliche Vorgaben für die Anzahl von öffentlichen Stellplätzen gebe es nicht. Stellplatzbilanzen könnten nur für Vorher-/ Nachher-Situationen vorgenommen werden. „Eine Vorher-Situation gab es damals nicht und eine Nachher-Situation gibt es jetzt erst.“

Die Anlieger seien nach der niedersächsischen Bauordnung verpflichtet, ihren privaten Stellplatzbedarf auch auf ihren Privatgrundstücken zu decken. Jeder Bauherr müsse einen Stellplatz pro Wohneinheit nachweisen. „Im öffentlichen Straßenraum gibt es keinerlei Anspruch auf einen Stellplatz – schon gar nicht vor dem eigenen Haus“, sagt Fischer. Die Stellplätze im Straßenraum seien keine Parkplätze für die Anwohner, sondern für Lieferanten, Handwerker oder Besucher. Für diese Gruppe sei die Anzahl in der Thüringenstraße ausreichend.