Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Ärzte tauschen Erfahrungen im Schloss aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ärzte tauschen Erfahrungen im Schloss aus
16:32 14.02.2010
„Die Bedeutung des EEG bei der Diagnose neurologischer Erkrankungen wird vielfach unterschätzt“: Dr. Manfred Eikenbusch leitet das größte EEG-Labor Niedersachsens im AKH. - Quelle: Janine Jakubik
Celle Stadt

Deshalb liegt Heide auch das jährliche Regionalkolloquium Neurologie besonders am Herzen, das am Sonnabend im Celler Schloss stattfand. „Ziel dieser Veranstaltung ist es, regelmäßig mit führenden Spezialisten der großen Neurologischen Kliniken in Braunschweig, Celle, Göttingen, Hannover und Hildesheim medizinische Fortbildung auf höchstem Niveau anzubieten“, so Heide.

Themen waren neben dem besonderen Celler Schwerpunkt der Schlaganfallbehandlung Epilepsie, MS, Borreliose und Parkinson. Als Leiter eines der größten EEG-Labors Niedersachsens sprach Manfred Eikenbusch, Oberarzt der Neurologie und Epileptologe im AKH, auf dem Kolloquium über die Bedeutung und die Grenzen des EEG, das seiner Meinung nach zu Unrecht von den modernen Bildgebungstechniken in den Schatten gestellt worden sei. „Gerade wo jene oft nicht weiterhelfen, wie beispielsweise bei Epilepsien oder Stoffwechselstörungen, kann das EEG wegweisend für die Diagnose sein“, sagte der Mediziner. „Ähnliches gilt für eine verwandte elektrische Methode, die Elektronystagmographie, bei der Diagnostik von Schwindelerkrankungen, für die wir Patienten aus ganz Norddeutschland zugewiesen bekommt“.

Die Mediziner beschäftigten sich auch mit Parkinson. „Eine Krankheit, bei der die richtig dosierte und möglichst gleichmäßig konstante Gabe des fehlenden Überträgerstoffs Dopamin sehr wichtig für das Wohlbefinden der Patienten ist“, erläuterte Heide. „In fortgeschrittenen Stadien ist dies oft mit Tabletten nicht mehr möglich, da deren Wirkung zu schnell abklingt. Dem können wir hier in Celle abhelfen, indem wir diesen Patienten Dopa-Pumpen direkt in den Magen implantieren, die die Medikamente dann zuverlässig und kontinuierlich an den Organismus abgeben.“

Von Janine Jakubik