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Celle Stadt AfD-Erfolg trübt Stimmung bei den Wahlpartys in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt AfD-Erfolg trübt Stimmung bei den Wahlpartys in Celle
22:09 24.09.2017
Von Christian Link
"Vor dem Hintergrund, dass ein großer Teil der Proteststimmen zur AfD gegangen ist, finden wir unser Ergebnis respektabel": Direktkandidat Paul Stern (vorne Mitte) bei der Linken-Wahlparty. Quelle: Christian Link
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"Ich sehe das Ergebnis mit einem lachenden und mit einem etwas stärker weinenden Auge", kommentierte Grünen-Direktkandidat Heiko Wundram das Wahlergebnis: "Dadurch, dass die AfD drittstärkste Kraft geworden ist, ziehen viele Personen in den Bundestag ein, die ich ohne mit der Wimper zu zucken als Rechtsradikale bezeichnen würde."

Auf eine mögliche Jamaika-Koalition angesprochen, gab sich Wundram zurückhaltend. "Es gibt eigentlich nur eine Regierungsoption. Die Grünen werden aber nicht um jeden Preis in die Regierung gehen", kündigte Wundram an.

Auch FDP-Direktkandidatin Anja Schulz trat auf die Bremse. "Wir haben unsere konkreten Forderungen, die wir durchsetzen werden", sagte sie selbstbewusst. Die Liberalen in Celle und Uelzen seien mit dem Ergebnis "superzufrieden". "Mit mehr als 10 Prozent hätten wir nicht gerechnet", so Schulz.

"Es ist ein schwarzer Tag für die Republik", kommentierte dagegen Linken-Direktkandidat Paul Stern die Wahl. Er wertete den Erfolg von AfD und FDP als starken Rechtsruck der Gesellschaft. "Ich würde es ganz schlimm finden, wenn sich ein neuer liberaler Block mit grüner Unterstützung bildet", kommentierte er die Jamaika-Koalition.

Das eigene Ergebnis sorgte bei der Linken-Wahlparty in Celle aber für Jubel. "Für so eine konservative Stadt und so einen konservativen Wahlkreis ist das eine enorme Ermutigung", sagte Stern. Das Stimmenplus sei umso erfreulicher, da ein großer Teil der Proteststimmen zur AfD gegangen sei.