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Celle Stadt Aktion in Celle: Bunter Strauß Heimat in Koffern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Aktion in Celle: Bunter Strauß Heimat in Koffern
11:47 15.09.2017
Die Cellerin Adelheid Witerzens-Barth (links) hat einen Heimatkoffer gepackt mit Heide und Kuschelsocken als Symbol für Geborgenheit. Elena Kornilov (Zweite von links) und Lidija Horn (Dritte von links) haben russische Kunshandwerk dabei. Fereschteh Moschkan Tabassi erinnert sich an ihre persischen Wurzeln. Quelle: Doris Hennies (3)
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Zahlreiche Koffer sind schon gepackt und warten auf die große Ausstellung, die am Sonntag, 24.September, im Mehrgenerationenhaus um 11.30 Uhr eröffnet wird. Ein Blick hinein gewährt sehr persönliche Perspektiven.

Heimat, das ist nicht für jeden der Ort, wo man aufgewachsen ist, für viele wird es der Ort, wo man sich niedergelassen hat und heimisch geworden ist. Trotzdem bleiben Wurzeln, und ein bisschen davon trägt man mit sich im Gepäck und im Kopf.

Ein Blick in die gepackten Koffer gewährt sehr persönliche Perspektiven. So wie der Inhalt des Koffers der Schwestern Lidija Horn (60) und Elena Kornilov (65). Der Vater stammt aus Weißrussland, die Mutter ist "Wolgadeutsche" – und mit ihr kamen sie vor zwölf Jahren auch nach Celle. In ihrem Koffer liegen zwei alte Fotos, eines von den Eltern als sie noch jung waren, ein anderes mit den vier Geschwistern zusammen, alle in Schuluniform, vor dem Weihnachtsbaum. Auch ein mit Rosen behäkelter Kissenbezug „den hat unsere inzwischen verstorbene Mutter gemacht“ und ein typisch gemustertes Kopftuch findet sich darin, daneben ein reichgeschnitzter Holzteller und ein verziertes Osterei. „Ostern ist für uns Russen sehr wichtig“, betonen sie.

Fereschteh Moschkan Tabassi hat ihre Wurzeln im Iran. Von dort ist sie schon als junges Mädchen weg. Ihr Vater lebt noch immer dort – und sie besucht ihn regelmäßig einmal im Jahr, aber Celle ist ihr Lebensort. In ihren Koffer hat sie einige Beispiele für die kunstvolle persische Schrift gepackt, auch ein Tuch mit persischen Mustern, außerdem ein Glas Dattelhonig und ein paar typische Gewürzmischungen. Die Packung mit Basmatireis hat sie vom letzten Besuch mitgebracht - „es ist der beste Reis der Welt“. Unscheinbar dazwischen liegt eine Gebetskette „die hat man einfach dabei“.

Von Doris Hennies