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Celle Stadt Allerinsel-"Rückschritt" in Kritik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Allerinsel-"Rückschritt" in Kritik
17:16 28.12.2011
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Hafenverschönerung ja. Wohnbebauung ja, aber erst einmal nur südlich der Hafenstraße - und dabei darf es auch ruhig bleiben. So liest sich der jetzt von CDU, Unabhängigen, FDP und WG auf den Weg gebrachte Allerinsel-Antrag aus der Sicht derer, die mit den bereits von der EU zugesagten Förder-Millionen auf der Allerinsel einen neuen Stadteil schaffen wollen.“Dieser Antrag macht mich besorgt“, so Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD), der daran erinnert, dass der Rat das Allerinsel-Entwicklungsprogramm einmütig auf den Weg gebracht hatte: „Ich vermisse die klare Line. Das schafft Verunsicherung hinsichtlich des Gesamtprojekts.“

Als „Paukenschlag“, mit dem der jahrelange Konsens in Sachen Allerinsel-Entwicklung offensichtlich in Frage gestellt wird“, wertet Finanzausschuss-Vorsitzender Joachim Schulze (SPD) den Vorstoß. Der Gruppenantrag solle zwar einen konstruktiven Anschein erwecken, sei aber tendenziell destruktiv, so Schulzes Einschätzung: „Es wird in dem Antrag zwar suggeriert, dass das Zukunftsvorhaben Allerinsel zügig im Bereich des ersten Bauabschnittes realisiert werden soll; aber zwischen den Zeilen wird der Bereich Wohnungsbau doch erheblich in Frage gestellt, indem in einem Nebensatz der Hinweis folgt, dass die attraktive Errichtung von Wohnraum in der Innenstadt durch das Allerinselprojekt nicht gefährdet sein darf. Diese Aussage stellt doch die ursprünglich geplante Wohnraumentwicklung auf der Allerinsel am Allerarm erheblich in Frage.“

Sorge bereitet ihm primär der ursprünglich im Konsens geschaffene Baustein Wohnungsbau, so Schulze: „Wenn hier wie im Antrag angekündigt Einschnitte politisch neu entschieden werden sollten, wird die ursprünglich geplante Finanzierung des Projektes nicht realisiert werden können, und das Projekt insgesamt wäre gefährdet. Dieses wäre stadtentwicklungspolitisch ein Rückschritt, der offensichtlich von dieser antragstellenden Fraktionsgemeinschaft in seinen endgültigen Konsequenzen nicht überblickt wird.“ Dieser Antrag könne aus Schulzes Sicht zur Streichung bereits zugesagter Fördermittel führen: „Außerdem ist die Einnahmeposition aus dem Verkauf von Grundstücken für den Wohnungsbau mehr als gefährdet und somit das gesamte Projekt.“

In einem Schreiben an Stadtbaurat Matthias Hardinghaus hat Schulze diesen darum gebeten, CDU, Unabhängige, FDP und WG von ihrem Ansinnen abzubringen: „Ich bitte Sie, den Antragstellern deutlich zu machen, dass es klüger wäre, diesen Antrag wegen seiner finanzpolitischen und fatalen stadtentwicklungspolitischen Konsequenzen für die Stadt Celle zurückzuziehen.“

Das wird Hardinghaus kaum tun. Er rät zur Gelassenheit: „Wir werden den Antrag natürlich ordentlich abarbeiten.“ Im Zuge einer Rahmenplanfortschreibung werde man in den nächsten Jahren Zeit haben, städtebauliche Vorhaben Schritt für Schritt weiter zu entwickeln. „Der Hochwasserschutz bleibt der Taktgeber. Vor dessen Realisierung läuft auch hochbaulich kaum etwas, schon gar nicht nördlich der Hafenstraße. Finanziell sagen uns Fachleute, dass jeder städtische Fördereuro sechs bis acht weitere Euro für die regionale Wirtschaft generiert. Denkbare Erlöse aus der Veräußerung städtischer Flächen können wir gegenwärtig noch gar nicht mit einkalkulieren. Die städtebauliche Vision Allerinsel ist kraftvoll, nachhaltig und wird sich langfristig für unsere Stadt rechnen.“