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Celle Stadt "Alles wie 2012 – nur schlimmer"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Alles wie 2012 – nur schlimmer"
17:51 28.11.2018
Von Gunther Meinrenken
Rüdiger Korte, Sprecher der Marktbeschicker, und Standbetreiberin Claudia Klingemann wollen die Verlegung des Wochenmarktes nicht kritiklos hinnehmen. Quelle: Gunther Meinrenken
Celle

"Aber Sie wissen doch, wie wichtig uns der Wochenmarkt ist." Wenn Claudia Klingemann diesen Satz aus dem Neuen Rathaus hört, schrillen bei der langjährigen Standbetreiberin die Alarmglocken. Solche Worte sind für Klingemann ein reines Lippenbekenntnis, dem keine Taten folgen. Am eigenen Leib zu spüren bekommen dies die Marktbeschicker dieses Jahr ganz besonders. Wegen der Ausdehnung des Weihnachtsmarktes wurden die meisten Markthändler von der Stechbahn in die Schuhstraße und auf den Brandplatz verlegt. Eine Entscheidung, die von der Verwaltungsspitze getroffen worden sei, ohne die Betroffenen einzubinden. "Mit uns hat niemand darüber diskutiert", behauptet der Sprecher der Marktbeschicker Rüdiger Korte. Und auch am Mittwoch hat sich aus dem Neuen Rathaus niemand auf dem Markt blicken lassen, als Korte die Verwaltung zu einem Marktrundgang eingeladen hatte.

"Floskeln und Lippenbekenntnisse"

Korte hatte vergangene Woche eine Einladung an Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) verschickt. Doch der ließ sich entschuldigen. "Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, ist es dem Oberbürgermeister und auch anderen Mitgliedern des Vorstands terminlich nicht möglich, einer so kurzfristigen Einladung zu folgen", antwortete per E-Mail Edgar Frick, als Fachdienstleiter Allgemeine Ordnung zuständig für den Wochenmarkt, und bot Korte an, in einem Gespräch im Neuen Rathaus Fragen klären zu können. Doch Korte winkt dankend ab: "Es geht doch darum, sich das einmal vor Ort anzuschauen."

Massive Umsatzeinbußen

Und vor Ort liege einiges im Argen, wie Korte und seine Kollegen finden. Beispiel Brandplatz: "Viele Kunden sagen, dass es früher auf dem Brandplatz doch so schön gewesen sei", berichtet Korte. Doch mittlerweile hätten sich die Bedingungen geändert. "Wegen veränderter Brandschutzauflagen passen nicht mehr so viele Stände auf den Brandplatz, ein Teil muss daher noch in die Schuhstraße. Einige Stände leiden unter massiven Umsatzeinbußen", so Korte, der sich an die letzte Verlegung vor sechs Jahren erinnert. "Es ist alles wie 2012 – nur schlimmer."

"Der Markt muss weg, der Markt kommt weg"

Teilweise seien es nur kleine Dinge, die das ganze Marktgeschehen beeinträchtigten. Wie die Regelungen, welcher Standbetreiber wann wo aufbaut. Und dann sind da noch die Autos, die das Parkverbot missachteten und erst einmal abgeschleppt werden müssten. "Viele Sachen wurden einfach nicht bedacht. Wer immer das initiiert hat, wahrscheinlich der Oberbürgermeister selbst, hat sich keine Gedanken gemacht, wie das konkret funktionieren soll. Alles lief nur nach dem Motto: Der Markt muss weg, der Markt kommt weg", beschwert sich Korte.

Parkprobleme in Schuhstraße

Die Verlegung des Marktes hat in Sachen Parken noch ganz andere Auswirkungen. Wie Anlieger Jörg zum Felde berichtet, ist auch der Parkhof Höger an der Schuhstraße mit seinen über 30 Stellplätzen von der Verlegung des Wochenmarktes betroffen. "Wir haben einfach ein Schreiben von der Verwaltung bekommen, mit dem Hinweis, dass wir zwischen 4 und 15 Uhr den Parkhof nicht mehr anfahren oder verlassen können. Wenn man spontan mal weg muss, geht das nicht mehr", so zum Felde. Gesprochen habe die Verwaltung zuvor mit den Anliegern nicht.

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