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Celle Stadt Altstadt: Sanierung schürt Ängste
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Altstadt: Sanierung schürt Ängste
17:27 22.03.2012
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Das Unheil nahm für Hardinghaus seinen Lauf, als er darüber referierte, welche Folgen der Sanierungsvermerk hat. Fazit des Stadtbaurats: „Der Vermerk hat nur hinweisenden Charakter, dass für die Dauer der Sanierung nun andere Vorschriften gelten.“ Doch genau über diese Vorschriften regten sich die Hausbesitzer unter den gut 100 Besuchern der Altstadtkonferenz mächtig auf.

Das Abstruse an den folgenden, aufgeregten Diskussion war, dass am meisten Verunsicherung und Ärger unter den Immobilienbesitzern über einen Punkt herrschte, der gar nicht zu den Sonderregeln für Sanierungsgebiete fällt: das Vorkaufsrecht der Stadt bei Immobilientransaktionen. Schon jetzt muss der Stadt jeder Hauskauf vorgelegt werden, damit das Neue Rathaus prüfen kann, ob die Stadt ihr Vorkaufsrecht wahrnehmen will. Dies ist also keine besondere Regelung für die Altstadt. Einige Hauseigentümer gerierten sich allerdings so, als würden sie morgen von der Stadt zwangsenteignet.

„Ich verstehe nicht, warum der Sanierungsvermerk für alle Häuser gilt. Auch für die, die schon saniert sind“, lautete ein Einwurf eines Hausbesitzers. Eine Eigentümerin war überhaupt nicht mehr zu beruhigen. Auch nachdem der Sprecher der Altstadtkonferenz, Günter Stachetzki, längst schon darauf aufmerksam gemacht hatte, dass das Vorkaufsrecht der Stadt nichts mit der Sanierung zu tun habe, warf sie ein: „Man müsste mit einer Sammelklage dagegen angehen. Das ist doch Enteignung.“

Andere Kritikpunkte waren da schon eher nachzuvollziehen. So der Umstand, dass Mietverträge teilweise von der Stadt genehmigt werden müssen. Bearbeitungszeit etwa vier Wochen. Das dürfte die Arbeit der Makler etwas behindern.

Die Vorteile, die sich daraus ergeben, dass die Altstadt nun Sanierungsgebiet ist, hatte Hardinghaus zu Anfang dargelegt. So gibt es 20 Prozent Förderung bei Arbeiten zum Erhalt des Gebäudes, 30 Prozent, wenn das Thema Wohnen aufgegriffen wird und 40 Prozent, wenn dann auch noch der Klimaschutz berücksichtigt wird. „Die einzelnen Projekte werden bis zu einem Höchstbetrag von 75.000 Euro gefördert“, meinte Hardinghaus. Doch zu diesem Punkt kamen kaum Nachfragen.