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Celle Stadt Altstädter Schule: Celle hofft auf Fördermittel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Altstädter Schule: Celle hofft auf Fördermittel
18:26 18.05.2015
Von Gunther Meinrenken
Die Stadt Celle will für die Sanierung der Altstädter Schule Fördermittel in - Millionenhöhe vom Bund einwerben. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

6,8 Millionen Euro – auf diese Summe schätzt die Stadt nach Vorlage eines Gutachtens die Sanierungskosten für die Altstädter Schule. „Das Gebäude und die Außenanlagen der Altstädter Schule stellen sich heute durch Eingriffe und Ergänzungen aus verschiedenen Zeiten in einigen wesentlichen Bereichen verändert dar. Die gestalterische Klarheit und Zweckmäßigkeit ist teilweise deutlich beeinträchtigt und erschließt sich an einigen Stellen nicht mehr“, konstatiert Stadtbaurat Ulrich Kinder und ist fest entschlossen, diesen Zustand zu ändern. Kinder hofft dabei auf Mittel aus dem Bundesprogramm „Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus“. Die Zeit drängt. Bis Mittwoch muss Celle die Bewerbungsunterlagen einreichen.

In einer Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauen (heute Nachmittag, 16 Uhr, Neues Rathaus, 3. Obergeschoss, Meudon-Zimmer) will Kinder die Politik von seinem Vorhaben überzeugen. Der Stadtbaurat ist sicher, die richtigen Argumente auf seiner Seite zu haben. „Aus eigener Kraft kann die Stadt diese Summe nicht stemmen. Mit dem Förderprogramm hätten wir die Möglichkeit, zwei Drittel der Kosten einzuwerben“, betont Kinder. Aus keinem anderen Programm würden ähnlich hohe Beträge fließen.

Bei der Stadt verbliebe ein Eigenanteil von etwa 2,3 Millionen Euro. Und genau hier liegt der kleine Haken. Denn diese Summe sei nur aufzutreiben, indem andere Projekte geschoben oder gestrichen werden. Kinder hat schon Ideen im Kopf, verraten will er sie noch nicht. Die Politik dürfte allerdings auf Antworten drängen, bevor sie ihre Zustimmung gibt. „Wir werden im Rahmen der Haushaltsberatungen darüber reden“, meint Kinder, der hofft, dass er noch andere Fördertöpfe anzapfen kann, um den städtischen Anteil weiter zu minimieren. Das Programm „nationale Projekte“ erlaube, weitere Zuschüsse einzuwerben, der städtische Eigenanteil müsse am Ende allerdings mindestens zehn Prozent betragen, erklärt der Stadtbaurat.

Der Stadt geht es bei der Sanierung der Altstädter Schule mittelfristig um ihren Auftritt beim Bauhaus-Jubiläum 2019. Celle möchte dort mit dem Erbe des Architekten Otto Haesler nationale und internationale Aufmerksamkeit erlangen. „Die Altstädter Schule, nach den Plänen von Otto Haesler 1926 bis 1928 realisiert, veranschaulicht in beeindruckender Weise die innovative Formensprache und technisch-konstruktiven Besonderheiten des Neuen Bauens“, erläutert Kinder. Der Neubau rief damals einen wahren Ansturm hervor, die Stadt musste sogar Besuchszeiten einrichten und verlangte Eintrittsgeld.

Das Programm „nationale Projekte“ hält Kinder geradezu für maßgeschneidert für die Sanierung der Altstädter Schule. Gefördert werden demnach Vorhaben „national und international wahrnehmbare, größere städtebauliche Projekte mit deutlichen Impulsen für die jeweilige Gemeinde oder Stadt, die Region und die Stadtentwicklungspolitik in Deutschland insgesamt“. Den geforderten „besonderen Qualitätsanspruch“ und das „Innovationspotenzial“ sieht Kinder unter anderem darin, dass das Gebäude nach wie vor als Schule genutzt wird, also quasi ein lebendes Baudenkmal sei.

Der Zeitdruck sei dadurch entstanden, dass für das Vorläuferprogramm im vergangenen Jahr eine Anmeldefrist bis August vorsah. „Darauf hatten wir uns eingestellt. Aber keine Sorge, wir haben den Antrag fertig“, so Kinder.

Gunther Meinrenken