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Celle Stadt Altstädter Schule: Kritik an Info-Politik des Landkreises
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Altstädter Schule: Kritik an Info-Politik des Landkreises
17:07 24.02.2010
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Schlechte Stimmung an der Altstädter Schule. Die Nachricht von den Schließungsplänen für den Hauptschulbereich – die Grundschule ist davon nicht betroffen – hat vor allem im Kollegium für Verärgerung gesorgt. Schulleiterin Anna Elisabeth Moers wollte sich zu dem Thema „am liebsten gar nicht äußern.“ „Was soll man dazu sagen, wenn man so etwas beim Frühstück in der Zeitung liest“, meinte die Schulleiterin und spielte darauf an, was der Vorsitzende des Celler Schulausschusses, der Grüne Bernd Zobel, offen kritisierte: „Die beabsichtigte Schließung der Hauptschule Altstadt über die Presse zu erfahren, ist misslich.“

Im Fokus der Kritik steht die Informationspolitik des Landkreises, der den Hauptschulzweig der Altstädter Schule ab dem kommenden Schuljahr auslaufen lassen will – die Schule darüber aber nicht informiert hatte. Nach den bisherigen Vorstellungen sollen keine Fünftklässler mehr aufgenommen werden, sie könnten an die Blumläger Schule gehen. Die jetzigen Schüler können die Schule bis zu ihrem Abschluss weiter besuchen. Besonders die geringen Anmeldezahlen und der energetische Zustand des Gebäudes waren von Landrat Klaus Wiswe (CDU) als Gründe vorgebracht worden. Am 4. März soll der Kreis-Schulausschuss darüber befinden, anschließend müsste der Kreistag noch zustimmen.

Zobel will diese Entscheidung aufschieben, da „Schulpolitik zu wichtig und sensibel sei, als dass sie über die Köpfe der Betroffenen hinweg betrieben werden könne“. Zudem werde mit der Schließung lediglich „Flickschusterei“ betrieben. Es gehe für die Stadt „um ein modernes, zukunftsweisendes Schulkonzept“, so Zobel.

Jörg Paczia bemängelte, dass der Stadtelternrat nur indirekt in die Entscheidungsfindung vom Landkreis eingebunden gewesen ist und er als Vorsitzender eher zufällig von den Plänen erfahren hatte. „Da ich auch im Kreiselternrat die Interessen der Hauptschulen vertrete, wurde ich mit in die Überlegungen des Kreiselternrates zur Schulstruktur im Landkreis einbezogen.“ Der Landkreis habe lediglich den Kreiselternrat informiert, in der Hoffnung, dass dieses dann dem Stadtelternrat mitgeteilt werde. „Ob das der richtige Weg ist, stelle ich in Frage“, so Paczia.

Stadt kann Schließungsabsichten nachvollziehen: Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) hat „keine sachlichen Einwendungen“. Vor allem aufgrund der geringen Anmeldezahlen für den Hauptschulzweig sei die beabsichtigte Schließung nachvollziehbar. Was die Zukunft anderer Hauptschulen im Stadtgebiet betrifft, so hat Mende „kein Konzept des Landkreises vorliegen“. Für den Grundschulbereich der Altstädter Schule, so betonte Mende, sei „nach dem derzeitigen Stand der Anmeldezahlen keine Schließung geplant“.