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Celle Stadt Altweibersommer lässt im Celler Land auf sich warten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Altweibersommer lässt im Celler Land auf sich warten
19:42 05.09.2017
Zu nass und zu trüb war der Sommer in der Südheide. Fußballspiele wurden zu Regenschlachten, so auch das Duell zwischen dem SC Wietzenbruch und SV Lindwedel-Hope. Sommerfreuden kamen nur an wenigen Tagen auf. Quelle: Oliver Knoblich
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Am heutigen Mittwoch können sich die Höchstwerte von rund 20 Grad noch einigermaßen halten, doch es schüttet schon kräftig. Von Donnerstag bis zur Monatsmitte sind dann nur noch 15 bis 17 Grad zu erwarten. Bei einem zeitweise starken bis stürmischen Wind fallen immer wieder teils kräftige Schauer oder es regnet länger. Die Sonne hält sich vornehm zurück. Nur am Sonntag ist etwas mehr Sonnenschein möglich.

Nimmt man die vielen guten Wetterregeln zum Septemberanfang ernst – „September in den ersten Tagen will den ganzen Herbst ansagen“ oder „Ist Regine (7. September) warm und sonnig, bleibt das Wetter lange wonnig“ – sind die Aussichten für den Gesamtmonat nicht gerade berauschend. So wird der Altweibersommer wohl noch eine ganze Weile in der Warteschleife bleiben.

Wer behauptet, wir hätten einen normalen norddeutschen Sommer erlebt, der irrt. Betrachtet man Temperatur, Niederschlag und Sonne zusammen, war es der schlechteste seit 24 Jahren. Nur bei der Wärme erreichte er Normalmaß. Sommerlich warm zeigte sich einzig der Juni. Dagegen legte der Juli eine krachende Bauchlandung hin. Gemessen am Klimamittel (1981 bis 2010) war es in der Südheide nicht nur gefühlt deutlich zu kühl und zu trübe, sondern wie schon im Juni extrem nass.

Auch der August patzte. Zwar nahm die Regenneigung im Verlauf deutlich ab, sodass die Ernte – wenn auch verspätet – eingefahren werden konnte, doch bei Sonne und Wärme änderte sich kaum etwas. Erst auf der Zielgeraden bekam er mit drei spätsommerlichen Tagen in Folge noch einigermaßen die Kurve.

Grund für den misslungenen Sommer 2017 war eine seit Mitte Juni eingefahrene Großwetterlage. Am Nordrand eines wenig beweglichen Azorenhochs nahmen atlantische Wetterfronten oder kleinräumige Tiefs mit kräftigen Regengüssen und intensivem Dauerregen vor allem Norddeutschland ins Visier. Fazit: Ausgehend vom Witterungsmuster Ende Juni und Anfang Juli bestätigte sich die Siebenschläfer-Regel auch diesmal wieder eindrucksvoll.

Von Reinhard Zakrzewski