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Celle Stadt Ampeln oder Fußgänger-Lotsen?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ampeln oder Fußgänger-Lotsen?
17:46 06.12.2011
Von Michael Ende
Fuflg‰nger kommen Autos in die Quere Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

CELLE. Fußgänger überqueren die Straße auf einem Zebrastreifen. Die Autos halten derweil an. So funktioniert das derzeit auf dem Schlossplatz, wo der Kinderweihnachtsmarkt vor dem Schloss ein Publikumsmagnet ist. Wer dorthin will, benutzt einen der beiden Fußgängerüberwege. Alles geregelt, alles sicher - eine gute Sache, oder? Urs Müller, der für die Unabhängigen im Altstädter Ortsrat sitzt, findet das nicht. Er stört sich daran, dass die Fußgänger den Autoverkehr behindern und fordert in einem "Eilantrag" von der Stadt Abhilfe.

Müller hatte am Wochenende den "Fußgängerstrom" beobachtet: "Die Zebrastreifen sorgen für ein massives Verkehrsproblem in der

Altstadt, wenn sie so stark frequentiert werden. Der Rückstau zieht

sich über die Kanzleistraße in die Schuhstraße, wo die Autos bis zum

Brandplatz stehen. Über die Hehlentorstraße wird der Verkehr auf dem Nordwall blockiert, und sogar auf der Allerbrücke stauen sich Autos, die in die Stadt wollen." Daher fordert Müller die Verwaltung auf, für die Dauer des Weihnachtsmarktes die Zebrastreifen auf dem Schlossplatz "zu deaktivieren" und durch eine Ampel zu ersetzen: "Da auf den Busverkehr Rücksicht genommen werden muss, könnte eine Fußgängerampel temporär für den Zebrastreifen in Verlängerung der Stechbahn aufgestellt werden. Alternativ wäre der

Einsatz von Personen zu erwägen, die wie Schülerlotsen den Verkehr

regeln."

"Wie bei den meisten Anträgen heißt es hier erst einmal: Genau prüfen", sagt dazu die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner: "Dazu holen wir Erkenntnisse von Polizei und den Mitarbeitern des ruhenden Verkehrs ein. Schließlich könnte es sich auch um ein temporär begrenztes Phänomen handeln." Das habe zum Beispiel ein Kollege berichtete, abends bei einem Konzert in der Stadtkirche gewesen sei: "Der Verkehr staute sich in der Tat bis in die Kanzleistraße und darüber hinaus. Allerdings hatte sich die Situation in kurzer Zeit wieder normalisiert."

Bedarfsampeln und Lotsendienste müssten praxis- und kostenorientiert geprüft werden, so Meißner vor dem Hintergrund, dass die Unabhängigen-Idee Kosten in noch nicht bezifferbarer Höhe mit sich bringen würde: "Das geht nicht von heute auf morgen. Auch darf der ÖPNV nicht benachteiligt werden."

Wer unbedingt mit dem Auto in die Innenstadt wolle, riskiere nun mal Begegnungen mit Fußgängern. Es helfe wenig, sich darüber aufzuregen, so Meißner: "Vielleicht sollten wir zur Weihnachtszeit auch mal das nötige Maß an Gelassenheit walten lassen und uns gemeinsam darüber freuen, dass die Innenstadt an den Wochenenden belebt ist. Die Besucher strömen vor allem an den Wochenenden auf den Weihnachtsmarkt. In der Woche gestaltet sich die Situation wesentlich entspannter. Fraglich, ob das eine Ampellösung rechtfertigt."