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Celle Stadt Ampelschaltung verwirrt Celler Radfahrer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ampelschaltung verwirrt Celler Radfahrer
14:43 23.06.2017
Von Carsten Richter
Celle Stadt

„Die Situation ist viel zu unübersichtlich“, sagt Anwohner Walter Mix. Er passiert die Kreuzung häufig, zu Fuß oder mit dem Auto. „Dabei ist es schon oft zu brenzligen Situationen gekommen.“ Auslöser, über die Situation überhaupt nachzudenken, war folgendes Erlebnis: Mix passierte von der Altenceller Schneede aus die Kreuzung mit dem Auto und war geradeaus in Richtung Wederweg unterwegs. „An der Ampel bekam ich Grün, als plötzlich vor mir eine Frau mit Kind auf dem Fahrrad über die Kreuzung in Richtung Schulzentrum fuhr“, berichtet Mix. Sein Gedanke: „Die Frau wusste ganz offensichtlich nicht, welche Ampel für sie gilt.“

Ein Ortstermin der CZ bestätigt den Eindruck: Die Ampelregelung ist verwirrend. Ein älterer Radfahrer, der von der Friedhofsseite der Burgstraße aus kommt, macht es richtig. Er wartet das grüne Signal für Autofahrer ab und fährt weiter. Doch auch er ärgert sich über die unübersichtliche Situation. Dazu trägt vor allem bei, dass Autofahrern und damit auch Radlern Rot angezeigt wird, während gleichzeitig die kleine Fahrradampel am anderen Ende der Kreuzung Grün leuchtet – und umgekehrt.

Das heißt also im Klartext: Wer als Radfahrer die Kreuzung passiert und nach links in Richtung Wederweg abbiegen will, muss sich wiederum auf der Wartefläche einordnen und das grüne Signal abwarten. Die Krux: Während die Radler noch warten, bekommen gleichzeitig, so die Beobachtung, die geradeaus oder nach rechts in Richtung Schule abbiegenden Autofahrer Grün.

Die Stadt widerspricht, dass es hier zu Engpässen kommt. Sprecher Wolfgang Fischer betont gleichwohl, dass die neue, seit Jahresbeginn gültige Regelung, nach der sich Radfahrer an das Kfz-Signal halten müssen, bei vielen Verkehrsteilnehmern noch nicht angekommen ist. „Dennoch ist die Reaktion der Radfahrer überwiegend positiv, da sie schneller und sicherer über die Kreuzung kommen“, sagt Fischer. Der Knotenpunkt werde regelmäßig beobachtet. Für die zweite Jahreshälfte sei zudem eine Videoerhebung vorgesehen, um festzustellen, ob noch weiterer Handlungsbedarf bestehe, so der Stadtsprecher.

Zu Unfällen ist es an der Stelle bislang nicht gekommen, sagt Polizeisprecherin Anne Hasselmann. „Dennoch sehen wir die Situation durchaus kritisch.“ Ortsbürgermeister Tim Übermuth (CDU) ist gar nicht zufrieden. Er macht sich vor allem um jüngere Verkehrsteilnehmer Sorgen, die durch die Ampelschaltung irritiert seien. „Ich finde die Lage höchst prekär. Der Weg wird häufig von Schülern genutzt.“ Die Schaltung sei katastrophal und müsse geändert werden.

Auch wenn die Stadt die Kreuzung weiter beobachten will – grundsätzlich will sie nicht von der geänderten Verkehrsführung abweichen. Im Gegenteil: Das Prinzip der gemeinsamen Führung von Rad- und Autofahrern solle auf andere Kreuzungen ausgeweitet werden. „Zurzeit wird untersucht, welche Knoten grundsätzlich die Kriterien erfüllen. Bei einigen ist das der Fall“, sagt Fischer. Ergebnisse lägen aber noch nicht vor.