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Celle Stadt Amtsgericht Celle: Viermonatiges Fahrverbot für Schlangenlinien
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Amtsgericht Celle: Viermonatiges Fahrverbot für Schlangenlinien
14:30 24.03.2017
Celle Stadt

Vor Prozesstermin hatte G. gegen den erlassenen Strafbefehl über 1200 Euro Widerspruch eingelegt. „Ich bestreite nicht die Tat, aber die verhängte Forderung ist zu hoch“, ließ der Angeklagte zu Sitzungsbeginn über seinen Verteidiger verlauten. Die Beweisführung ergab eine deutlich niedrigere Geldstrafe in Höhe von 750 Euro.

Gegen 16 Uhr des Sommertages war G. anderen Verkehrsteilnehmern durch seine ungewöhnliche Fahrweise aufgefallen. Der damals auf der Landstraße 310 in Richtung Celle Fahrende soll nämlich teilweise Schlangenlinien gefahren und nach Queren der Gegenspur zweimal auf den linken Seitenstreifen geraten sein. Laut Polizeiprotokoll konnte der frontale Zusammenstoß mit einem Lkw hinter einer Rechtskurve gerade noch verhindert werden. Alarmierte Polizisten hatte dem seinerzeit mit 1,7 milliardstel Gramm THC „Angereicherten“ sofort die Fahrerlaubnis abgenommen. Knapp drei Wochen später hatte sie der Landkreis eingezogen.

Der Angeklagte machte vor Gericht freiwillig Angaben zu seinen persönlichen Lebensumständen, die ihn damals buchstäblich aus der Bahn geworfen haben sollen. Er sagte, dass sich seine Frau von ihm getrennt und seine minderjährigen Kinder mit genommen habe. „Ich erinnere mich nicht mehr an Einzelheiten“, sagte der Lagerist. Sein Verteidiger ergänzte, dass der Mandant eine katastrophale Trennungsphase durchlaufen und am Tag des Vorfalls Betäubungsmittelreste im Blut gehabt habe. Inzwischen nimmt der eine Zeit lang Arbeitsunfähige G. psychologische Hilfe in Anspruch.

Von Anke Prause