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Celle Stadt Andrea Nahles in Celle: Wahlkampf bis zur Sportschau
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Andrea Nahles in Celle: Wahlkampf bis zur Sportschau
21:50 16.09.2013
Von Klaus Frieling
SPD-Generalsekretärin Andrea - Nahles mit Wahlkreis-Kandidatin Kirsten Lühmann (links) beim - Wahlkampf in Celle. Quelle: Klaus M. Frieling
Celle Stadt

Gemeinsam mit der Hermannsburger Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann warb die SPD-Generalsekretärin gestern vor dem Lisa-Korpeter-Haus der Celler Sozialdemokraten bei Bratwurst und Getränken um die Stimmen der vielen noch unentschlossenen Wahlberechtigten. Allzu groß wurde die Menschentraube um die rot gekleideten Politikerinnen indes nicht. Es mögen 50 bis 100 Passanten gewesen sein, die den einstündigen mittäglichen Nahles-Auftritt in Celle zur Diskussion mit den Mandatsträgern nutzten. Aber der Besuch des Partei-Promis sei auch noch mal ein Motivationsschub für die Wahlkämpfer vor Ort, war Lühmann zufrieden.„Gerechtigkeit ist das zentrale Thema“, zog sie anschließend Bilanz der Gespräche: Die Rente, der Mindestlohn und Steuerfragen würden die Bürger beschäftigen, mit denen sie sich unterhalten habe. Sozialdemokratische Themen eben.

Ansonsten hat auch Nahles in diesem Wahlkampf eine starke Tendenz zur Entpolitisierung festgestellt – unter anderem als Teilnehmerin kindischer Spielereien in einer als Polit-Talk angekündigten Fernsehsendung. „Aber Politik ist eben kein Spiel“, ärgert sie sich über das eigene Mitmachen – und weiß sich in diesem Punkt auch einig mit dem politischen Gegner.

Schwung in den Wahlkampf hätte Peer Steinbrücks TV-Duell mit der Kanzlerin gebracht, ist Nahles zufrieden mit dem SPD-Spitzenkandidaten. Ansonsten wurde bislang mehr über die Halskette der Kanzlerin gesprochen als über die Haushaltspolitik. Da sorgte Steinbrücks Stinkefinger für erregte Debatten und nicht die Frage eines Syrien-Einsatzes. Und auch Nahles selbst hat auf ihren „Pippi-Langstrumpf“-Gesang im Bundestag ein größeres Echo erhalten als auf so manche programmatische Rede.

In der Parteizentrale der CDU, dem Adenauer-Haus, herrsche im Vorfeld des Votums über die Zusammensetzung des nächsten Bundestages mehr Unruhe als im Willy-Brandt-Haus, schildert die Sozialdemokratin ihre Eindrücke aus Berlin. Auf das von der eigenen Partei gefürchtete Szenario einer Neuauflage der großen Koalition geht Nahles indes ebensowenig ein wie auf rot-rot-grüne Gedankenspiele, die die SPD-Spitze ein ums andere Mal ausschließt. Entscheidend werde das Abschneiden der kleinen Parteien sein, sagt sie: Die AfD etwa sei bei der Landtagswahl in Bayern gar nicht angetreten.

„Bei guter Wahlbeteiligung hat die SPD immer gut abgeschnitten“, machte die Generalsekretärin ihren Mitstreitern in Celle Mut. Und so wollen die Sozialdemokraten auch die letzten Tage vor dem Wahltag nutzen, Unentschiedene zu SPD-Wählern zu machen. „30 Prozent der Wähler in Niedersachsen haben sich erst in den vergangenen fünf Tagen entschieden.“ Nahles erzählt von 4,1 Millionen Hausbesuchen, die SPD-Wahlkämpfer bislang absolviert hätten – „und wir machen weiter bis zur Sportschau am Samstagabend“. Im Schnitt absolviere sie fünf Wahlkampftermine pro Tag. So bedankte sich Lühmann bei Nahles für die Unterstützung neben einem Glas Heidehonig auch mit einer Packung belebenden Kaffees aus Celler Röstung.