Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Andreas Döring verlängert Celler Engagement
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Andreas Döring verlängert Celler Engagement
18:31 08.03.2017
Von Andreas Babel
Schlosstheater Celle, Intendant Andreas Döring
Celle Stadt

Das Celler Schlosstheater behält seinen Intendanten noch bis zum Sommer 2024. Sein bis 2019 laufender Vertrag ist vom Vorstand des Theatervereins um fünf Jahre verlängert worden. Was Thomas Knoke, der Vorsitzende des Theatervereins besonders an dem Intendanten schätzt?: „Er ist ungeheuer sensibel wie alle Künstler, er reagiert sehr schnell, ist unheimlich schlagfertig, er ist sehr zuverlässig und ein Workoholic.“ Es sei „unheimlich“, was Döring alles fürs heimische Theater leiste. Während der gestrigen Mitarbeiterversammlung, bei der die Entscheidung bekanntgegeben wurde, sei deutlich geworden, dass die Mitarbeiter voll hinter ihrem Intendanten stehen und alle an einem Strang ziehen, meinte Knoke.

Künstlerisch habe das Engagement von Döring, der im Jahr 2014 vom Jungen Theater Göttingen an die Aller gewechselt war, einen „großen Fortschritt für die Qualität“ bedeutet, sagte der Theatervereins-Chef. Döring hat in Celle viel in Gang gesetzt. Wie es in der Satzung des Vereins ausdrücklich verankert sei, hat er das Haus in ein wirkliches Ensemble-Theater umstrukturiert – mit festen Schauspielern.

Der gebürtige Bonner hat den Spielplan in Richtung Repertoire umgestaltet. Wurden früher Stücke stets drei Wochen am Stück aufgeführt und kamen dann nie wieder, so ist man heute wesentlich flexibler. Man kann Stücke, die gut angenommen werden, so lange weiterführen, wie es passt. „Das macht auch von der wirtschaftlichen Seite betrachtet Sinn“, meint Knoke. Und die Zahlen geben den Machern Recht: Das Schlosstheater verzeichnet einen Besucherzuwachs von 30 Prozent.

Auch die Einrichtung eines Kinder- und Jugendtheaters, das diesen Namen verdient, ist auf die Arbeit des 48-Jährigen zurückzuführen. Das eigene Programm in der Halle 19 des Schlosstheaters auf dem Gelände der ehemaligen Cambridge-Dragoner-Kaserne kann sich sehen lassen und ist mittlerweile bei Jung und Alt beliebt. „Wir hatten ja schon befürchtet, dass wir diese Spielstätte wieder abgeben müssten, als wir das Theater im Schloss nach der Sanierung wieder beziehen konnten, sind jetzt aber sehr froh, dass wir diese Möglichkeit dauerhaft zur Verfügung haben“, sagte Knoke. Doch zusammen mit Schlosstheater-Geschäftsführer Stephan Bruhn hat Döring Geldtöpfe „angezapft“, so dass diese darbietende Spielwiese auch künftig erhalten bleibt.

Auch dass das Theater nun in verschiedenen Orten des Landkreises mit Gastspielen zu erleben sei und mit der „Landpartie“ in die Fläche zu den Interessierten komme, sei Döring zu verdanken. „Da der Landkreis Celle einer unserer Hauptgeldgeber ist, war es uns ein wichtiges Anliegen, auch in den dörflichen Gegenden präsent zu sein“, so Knoke.

„Mitten im Arbeitsmodus heute über größere Zeitabläufe nachzudenken, fällt mir – zugegeben – gar nicht so leicht“, sagte Döring. Theater sei „ein Betrieb der Augenblicke“, auch wenn man sich bemühe, alles zu planen. „Aber a) kommt es oft genug anders und b) erfährt die Theaterarbeit dadurch immer wieder Spannung. Und so fühlt es sich für mich auch zum Teil so an, als hätten wir erst vor kurzem begonnen. Das zeigt mir, dass ich eine intensive Zeit hier erlebe. Der Blick auf die bisherige Zeit sagt mir aber auch, dass Visionen für ein Schlosstheater, eben auch Zeit brauchen, um sie gemeinsam und auch als erreichbare Ziele gestalten zu können. Und das ist das Schöne an so einer Verlängerung. Man kann auf Visionen zuversichtlicher und im tieferen Verständnis für Kollegen und Partner zugehen“, meinte Döring, der von 2004 bis 2014 als Intendant des Jungen Theaters Göttingen arbeitete.

Der Vertrag, der die Zusammenarbeit bis zum 31. Juli 2024 regelt, ist durch eine Übereinkunft zwischen Döring, Theaterverein und den kommunalen Gremien zustande gekommen. Döring lebt mit Frau und drei Kindern gerne in Celle. Als Autor bringt er aktuell ab 7. April das Stück „Die Zeitung“ anlässlich des 200. Geburtstages der CZ auf die Bühne. „Fürs Theater zu arbeiten, ist etwas Fantastisches“, sagt er.