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Celle Stadt Andrew Lloyd Webber reißt richtig mit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Andrew Lloyd Webber reißt richtig mit
14:47 14.11.2010
Szene aus dem Musical „Cats“. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Die zahlreichen Szenen und Melodien von Webbers weltbekannten Erfolgsstücken sind nicht nur in die Geschichte des Musicals eingegangen, sondern spiegelten sich auch auf den sich versonnen bewegenden Lippen der Fans.

Schon allein die Mischung aus unterschiedlichen Stimmfarben ließ das musikalische Erlebnis zum unbeschwerten Vergnügen werden. Bei Liedern wie „Memory“, „Liebe ist viel mehr“, „Don’t cry for me, Argentina“ und „Masquerade“ transportierten die Künstler eine eindrucksvolle Mischung von Leidenschaft, Wut, Verzweiflung und Lebenslust. Mal mit opernhafter Dramatik, mal mit operettenhafter Leichtigkeit, dann wieder poppig oder so richtig rockig.

Diese Musical-erfahrenen Vokalisten haben die Gabe, sich mit einer famosen singdarstellerischen Intensität in die Gesangslinien hineinzulegen und die Verzierungen zu zelebrieren. Manchmal allerdings mit deutlich überzogenem Pathos, wenn sie sich in ihren Soli quasi selber niedersangen. Doch muss auch dazu gesagt werden, dass die vom Band eingespielte Begleitmusik bisweilen von wenig Fingerspitzengefühl zeugte.

Vor allem die Klavieranschläge waren oft viel zu hart und zu laut und übertönten den Gesang derart, dass es manchmal zu einem regelrechten Duell zwischen Klavier und Stimme kam. Und noch etwas beeinträchtigte den guten Gesamteindruck: Während bei den ohnehin schon populären Musicals wie „Evita“, „Phantom der Oper“ und „Jesus Christ Superstar“ noch zusätzliche Hinweise auf der Videowand eingeblendet wurden, erfolgte bei den weniger bekannten Stücken keinerlei informative Hilfestellung.

Die weniger bewanderten Zuschauer waren dadurch der Musik etwa von „Joseph“ und „Sunset Boulevard“ orientierungslos ausgesetzt, wie man den Pausengesprächen hier und da entnehmen konnte.

Von Rolf-Dieter Diehl