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Celle Stadt Andy Lee bietet Cellern geballte Gourmet-Rock-Show
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Andy Lee bietet Cellern geballte Gourmet-Rock-Show
14:04 05.10.2015
Das Andy Lee Duo bot dem Publikum ein Nostalgie-Erlebnis der Sonderklasse. Quelle: Benjamin Westhoff
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Der Abend wurde zu einem Nostalgie-Erlebnis der Sonderklasse: Mit einem wahren Rock‘n‘Roll-Feuerwerk heizte das Trio bei seinem mitreißenden Konzert von Anfang an so richtig ein und ließ seiner Leidenschaft für die Rock‘n‘Roll-Stars der ersten Stunde – neben Bill Haley vor allem Chuck Berry, Elvis Presley, Johnny Cash und Buddy Holly – freien Lauf: Ein atemberaubend virtuos-akrobatisches Klavierspiel, bei dem die Finger auf den Tasten ihren eigenen Rock‘n‘Roll tanzten, Lees kraftvoll-charismatische Stimme, dazu groovige Basslines und Gitarrensoli vom Feinsten.

Doch ob Rock‘n‘Roll, Rockabilly oder Country-Rock – die drei Musiker heizten nicht nur richtig ein, sondern versetzten das Publikum mit ihrer authentisch vorgetragenen Musik auch in die Zeit von Hüftschwung und Schmalzrolle der 50er-Jahre zurück: Vom erinnerungsträchtigen Fußwippen graumelierter Herren bei einem Glas Rotwein bis zum ausgelassen mitgetanzten Rock‘n‘Roll zweier junger Damen reichten die sichtbaren Emotionen der Zuhörer. Was darüber hinaus in ihnen vorging, ließ sich unschwer an ihrem schwelgerischen Gesichtsausdruck ablesen. Und hier und da sah man auch so manch feuchte Augen der Erinnerung, wenn das vor Energie strotzende Trio bei seiner musikalischen Nostalgiereise von Elvis Presleys „Heartbreak Hotel“ über Carl Perkins‘ „Blue Suede Shoes“ und Fats Dominos „Blueberry Hill“ bis zu Chuck Berrys „Maybellene“ den Originalsound jener Zeit wieder auferstehen ließ.

Ein Konzert, das sich durch seine ungekünstelte Vitalität wohltuend vom Abspulen einer bis aufs Komma eingeübten Show unterschied, eine geballte Gourmet-Rock-Show rhythmisch druckvoller Musik, dazu hintergründige Informationen zu den einzelnen Songs und ihren ursprünglichen Interpreten, ein rundum begeisterndes Konzert, das am Ende ein angeregtes und beseeltes Publikum zurückließ.

Von Rolf-Dieter Diehl