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Celle Stadt Angelo Kelly in Celle: Einfach, kraftvoll, punktgenau
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Angelo Kelly in Celle: Einfach, kraftvoll, punktgenau
12:35 26.05.2015
Angelo Kelly schonte sich nicht. Beim Konzert in der Celler CD-Kaserne gab der Spross der bekannten Musiker-Familie alles. Quelle: Benjamin Westhoff
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Um die richtige Stimmung musste sich Angelo Kelly – Spross der berühmten Kelly-Family und dieses Mal allein mit Kollege Matthias Krauss auf der „Mixtape Vol. 2“-Tour unterwegs - keine Gedanken machen. Seine Fans, die teilweise sogar aus Österreich zu dem Konzert in der Celler CD-Kaserne angereist waren, waren schon vor dem ersten Schritt auf die Bühne voller Vorfreude und in Partylaune. Dann stand er da, lässig, ohne Starallüren und ohne viel Tamtam. Sein Auftritt, nette Begrüßung, der Griff zur Gitarre, und los ging es. Schon mit Brian Adams' „Summer of Sixty Nine“ war die Sache klar: Keine Aufwärmphase, hier geht heute die Post ab.

Zu Brooke Frasers „Something in the Water“ wurde genauso geklatscht, getanzt und zumindest stellenweise lauthals mitgesungen, wie zu „Wrecking Ball“ von Miley Cyrus, dem "Umbrella“-Song von Rihanna oder zu „Hit the Road Jack“ von Ray Charles. Nur bei den leiseren, textlastigeren Stücken hielt es das Publikum auf den Stühlen. Jeder Satz, jeder Gag und jede kleine Geschichte zwischen den Liedern verfolgten die Zuschauer aufmerksam und kommentierten sie mit Jubel.

Und Angelo Kelly dankte es seinen Zuhörern mit seiner direkten, freundschaftlichen Art, die von Beginn an eine sehr familiäre Studio-Atmosphäre entstehen ließ. Die CD-Kaserne wurde für gut zwei Stunden zu einem Saal voller Freunde, angefüllt mit den akustischen Wohlfühleinheiten wohlbekannter Hits.

Manchmal ist „einfach“ tatsächlich auch besonders gut. Aus dem breitgefächerten Angebot weltweiter Hits mehrerer Jahrzehnte hat Angelo Kelly seine persönliche Auswahl getroffen, zu einem Programm buntgemixter Lieder zusammengestellt und sie einfach gesungen. Das ist das Beeindruckende an dem Musiker: Seine Stimme ist klar, faszinierend kraftvoll und punktgenau, aber ohne eine außergewöhnliche Klangfärbung. Das ermöglicht ihm, die volle Vielfalt von Country bis Soul, von Pop bis Rock auszuloten, selbst vor Whitney Houstons „I Will Always Love You“ machte er nicht halt. Wenn Angelo Kelly Lieder von anderen singt, steht jeder der Künstler musikalisch mit auf der Bühne. Er macht die Stücke nicht um jeden Preis zu seinen eigenen - er leiht sie sich nur einmal aus, um sie zu singen.

Dass er das mit einer solchen Bandbreite und gefühlter Leichtigkeit auf die Bühne bringt, ist neben der ein Leben lang geschulten, unglaublich kraftvollen Stimme auch seinem musikalischen Multitalent zu verdanken. Wie auch Matthias Krauss, wechselte er locker zwischen verschiedensten Instrumenten, ließ sich selbst von einer gerissenen Gitarrensaite nicht aus dem Konzept bringen und plauderte – ganz Profi – zwischendurch lässig mit und für sein Publikum. Vielleicht lag es am Ende der Tour, aber geschont hat sich Angelo Kelly in Celle kein Stück. Am Schlagzeug im Einsatz, mit offenen Haaren, zur dritten Zugabe, bekam das Publikum musikalisch noch das, was es wollte: alles.

Von Doris Hennies