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Celle Stadt Angemessene Kindersitze sind Pflicht: „Richtige Sicherung kann Leben retten“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Angemessene Kindersitze sind Pflicht: „Richtige Sicherung kann Leben retten“
18:10 10.08.2010
Kinder im Kindersitz. So ist es richtig. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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Trotz intensiver Aufklärungsarbeit zur Anwendung sogenannter Kinderrückhaltesysteme bleibt der Erfolg deutlich hinter den Erwartungen zurück. Wie die Deutsche Verkehrswacht mitteilt, werden lediglich ein Drittel aller Kinder im Auto richtig gesichert. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums ist die Situation sogar noch bedrückender. Mehr als die Hälfte der Kinder über sechs Jahren werden im Auto überhaupt nicht oder nicht vorschriftsmäßig gesichert.

„Damit hat sich die Situation gegenüber den Vorjahren nicht verbessert“, sagt Joachim Ehlers, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Celle. „Gerade auf den kurzen Strecken vernachlässigen es viele Fahrzeugführer, Kinder richtig zu sichern. Zeit zum Anschnallen und zur Kontrolle muss sich jeder nehmen, denn die richtige Sicherung kann Leben retten.“

Die Statistiken sprechen für sich: Auf dem Schulweg verunglücken mehr Kinder im Auto als in der Rolle eines Fußgängers. Nach Erhebungen des ADAC sitzen 59 Prozent der Kinder, die einen Unfall auf dem Weg zur Schule erleiden, im Auto ihrer Eltern.

„Wichtig ist neben dem konsequenten Anschnallen auch die Verwendung der richtigen Sitze für Kinder“, so Ehlers. Mit einem Sitz oder einer Sitzerhöhung für die gesamte Kinderzeit sei es einfach nicht getan. „Rechtlich ist es so, dass Kinder unter zwölf Jahren, die kleiner als 150 Zentimeter sind, einen amtlich gekennzeichneten Kindersitz benutzen müssen“, erklärt Ehlers. Als ‘amtlich genehmigt’ gelten Sitze, die der ECE Regelung 44 entsprechen. Das sei ganz leicht an der Prüfplakette des Sitzes zu erkennen. Ehlers: „Dort findet sich immer ein ‘E’ im Kreis gefolgt von einer Zahl.“

Seit dem 8. April 2008 müssen Kindersitze der Norm ECE 44/04 oder 44/03 entsprechen. Kindersitze mit älteren Prüfnormen wie etwa 44/01 oder 44/02 dürfen nicht mehr verwendet werden. Ehlers: „Trotzdem finden wir bei Kontrollen immer noch alte Sitze oder solche, die nicht dem Körpergewicht des Kindes angemessen sind.“

Wer sich einen Kindersitz anschaffen möchte, sollte das Modell einem praktischen Test unterziehen. Auch wenn der Sitz laut Beschreibung möglicherweise für alle Fahrzeuge geeignet ist, kann ein Testeinbau schnell Schwächen im Zusammenspiel mit dem Familienauto offenbaren.

Bei Kleinkindern seien Eltern in der Regel noch gewissenhafter. „Dort muss man lediglich darauf achten, dass rückwärtsgerichtete Kindersitze nicht eingesetzt werden dürfen, wenn der Beifahrer-Airbag aktiv ist“, erklärt Ehlers. Für dieses Problem gebe es aber technische Lösungen. „Vor allem in der Altersgruppe ab sechs Jahren sitzen die Sicherheitsgurte nicht richtig. Da können und müssen die Eltern gezielt gegensteuern.“

Von Björn Schlüter