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Celle Stadt Anleitung zum Glücklichwerden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Anleitung zum Glücklichwerden
22:09 04.02.2018
Celle Stadt

Das schon bekannte Veranstaltungsformat ist aus einer Kooperation des Museums mit dem Celler Schlosstheater entstanden. Ganz nah orientiert an der aktuellen Ausstellung „Otto Piene – A Better World“ hatte Dramaturg Ralph Blase Texte und Gedanken voller luftiger Leichtigkeit und mit unterschiedlichen philosophischen Ansätzen von Menschen zusammengetragen, die hinsahen und sich Gedanken machten über das, was Leben ausmacht. Wie der vor allem als Lichtkünstler bekannt gewordene Otto Piene haben sie große Ideen entwickelt samt den Vorstellungen, wie man sie verwirklichen könnte: jeder auf seine Weise ein Weltverbesserer, für den die Aussage „Ich habe einen Traum“ ganz zutrifft.

Ralph Blase und die beiden Mitglieder des Schlosstheater-Ensembles Johanna von Gutzeit und Alex Friedland nahmen ihre Zuhörer mit auf eine inspirierende Wanderschaft durch die Räume des Kunstmuseums und die Gedankenwelten von Piene und so unterschiedlichen Träumern wie Rainer Maria Rilke und Harald Welzer, von Beuys bis Ovid. Mit Klappstühlen ausgerüstet wurde von Saal zu Saal, von Exponat zu Exponat gepilgert und Halt gemacht für geschickt ergänzende Lesungen und Inspirationen. Das Celler Publikum ließ sich ganz offensichtlich gerne auf die persönliche Faszination ein, die diese Autoren in ihren Texten zur Sprache brachten.

„Ja, ich träume von einer besseren Welt“, hat Otto Piene gesagt – „sollte ich von einer schlechteren träumen?“ Und Piene beließ es nicht nur in dieser wenig fassbaren Höhe von Weltanschauung, Idealismus und Utopie, sondern versuchte mit Worten und Taten – seinem Verständnis und seinem Ausdruck von Kunst – seine Träume von einem besseren, altruistischen, glücklichen Leben zu verwirklichen und andere davon zu überzeugen: Ob fliegende Ballons als „Symbol für die Intensität des Moments“, Flugreisen als „Karawanen der Zukunft“ mit dem Zeug zu „Luftevents“ oder durch mehr Farbe und Form, auch abseits von Reklame, um mehr Dekoratives in die Innenstädte zu bringen: Stets ging es diesem Künstler auch um Lebenslust und Spaß – um Glücksmomente und das Gücklichsein.

Die Aufmerksamkeit und das gezeigte große Interesse an dem Vortrag war auch ein Verdienst der beiden Schauspieler und Rezitatoren des Abends: Johanna von Gutzeit und Alex Friedland gelang es, die Auswahl und Ausschnitte der Werke sowohl gefühlvoll wie eindringlich zu Gehör zu bringen. So wurde Bedeutsames, Schweres in luftigleicht-durchlässige Gedankenwolken verpackt, vor Selbstüberschätzung und Übermut gewarnt, von neuen Bewusstseinsebenen und Veränderungen, die passieren und anderen, die nötig wären, erzählt. Ein sanfter, aber nicht weniger eindringlicher Appell für „praktiziertes Nichteinverstandensein“, für Kultivierung statt Wachstum durch proklamierten Konsum. Zum Abschluss gab es Welzers „12 Regeln für den Widerstand“ – eine Anleitung zum Glücklichwerden – mit auf den Weg.

Von Doris Hennies

Akademiker oder doch eher Single mit Niveau? Ganz egal: Hauptsache, man ist alle elf Minuten verliebt! Voller Witz und ohne jede Hemmung machte sich das Kabarettisten-Duo David Kaiser (Klavier & Gesang) und Virginia Plain (Gesang) am Wochenende in Celle auf, um in den endlosen Weiten des Internets den ultimativen Traummann für Frau Plain zu finden. Bei der musikalischen Partnersuche in Kunst & Bühne bleibt am Ende kaum ein Zuschauer-Auge trocken – so herrlich komisch und wunderbar bissig gerät der komödiantische Streifzug durch die Irrungen und Wirrungen des Online-Datings.

04.02.2018

Bei „Lailo Nuevo 17“, den beiden Musikergästen von Jürgen Wippichs „Kultur Querbeet“ auf Hof Wietfeldt letztens, könnte man es sich als Chronist einfach machen und aufzählen, welche Art unterschiedlicher Musik gegeben wurde. Mal ein Stück in Pariser Chansontradition, dann ein Gesang wie vom spanischen Land oder ein Tanz wie aus einer katalanischen Bar, dann ein introvertiertes Instrumentalstück, das nur zu sich zu sprechen scheint. Mal eine Nummer nach Lucio Dalla, die in dieser Version fast wie von Paolo Conte klingt, und immer wieder Stücke im Stile der Gipsy Kings. Ein Stück von Charles Aznavour begegnete einer ganz besonderen Fassung von „My Way“. Und immer wieder eingestreut fast schon strenge Flamencos, die von Melanie Delgado getanzt außerordentlich faszinieren in ihrer Mischung aus Formalisierung und total stimmigen musikalisierten Bewegungsabläufen.

04.02.2018

Wo soll man anfangen, wenn man über Mutz berichtet? Natürlich sind beide Konzerte des Celler Musikers im Schlosstheater ausverkauft. Natürlich hat er mit Anja Ohnhold und Martin Connell zwei sehr gute Sänger dabei. Und seine „Black Eyed Banditz“ mit Tony Mulkes (Gitarre), Sören Schmidt (Bass), Felix Hoffmeyer (Schlagzeug) und Tobias Burmeister (Keyboards) sind wie immer eine Bank. Und: Moritz „Mutz“ Hempel kann sich auch eine gute Portion Klamauk erlauben. Trotzdem steht unter dem Strich ein hervorragender und ernstzunehmender Musiker. Was nicht zuletzt an seiner Authentizität liegt. Mutz ist eben auf der Bühne derselbe Mensch wie im Alltag.

Jürgen Poestges 04.02.2018