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Celle Stadt Annette von Pogrell führt neuen Vorstand im Celler Frauenhaus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Annette von Pogrell führt neuen Vorstand im Celler Frauenhaus
19:01 16.06.2016
Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Nach der Mitgliederversammlung am Mittwochabend wird der Vorstand künftig nur noch aus fünf Personen bestehen, sodass bei den Abstimmungen immer Mehrheiten entstehen. Offiziell waren zuletzt sechs Vorstandsmitglieder vorgesehen, in der Praxis stimmten in der Vergangenheit jedoch sieben ab.

Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurde Petra Sellien als Finanzverantwortliche. Als Beisitzerinnen fungieren Elisabeth Bahlke-Dittmer und Marion Rajewski, die schon dem vorherigen Vorstand angehörten.

„Das Frauenhaus leistet einen professionellen und unverzichtbaren Anteil der Arbeit zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder. Für uns als neuem Vorstand steht deshalb im Vordergrund, diese Arbeit zu unterstützen und für die Bedingungen zu sorgen, die notwendig sind, damit die Mitarbeiterinnen sich wieder mit voller Aufmerksamkeit um die Betroffenen kümmern können“, so von Pogrell. „Wir hoffen, dass es uns gelingt, das Vertrauen in der Öffentlichkeit zurückgewinnen.“

Weitere angekündigte Satzungsänderungen, wie die Schaffung eines Beirates, wurden bei der Mitgliederversammlung auf den nächsten Termin vertagt, da der neue Vorstand dafür noch Anregungen ausarbeiten möchte. Die Stimmung in der Mitgliederversammlung sei durch seit Monaten andauernden "Frauenhaus-Affäre" immer noch sehr angespannt gewesen, hieß es. Diese war durch die Entlassung der ehemaligen Leiterin Natalia Rusyniak ausgelöst worden. Nach einem Vergleich beim Arbeitsgericht erhält sie eine Abfindung von 18.000 Euro.

Woher dieses Geld kommen soll, ist zumindest Christine Hartmann (FDP) auch nach der Sitzung unklar. Amei Wiegel hatte in diesem Zusammenhang zunächst von Rücklagen gesprochen, nun hieß es, dass Überschüsse dafür verwendet werden sollen. In einer Stiftung soll zudem Geld für das Frauenhaus fest angelegt sein, für die Abfindung aber nicht infrage kommen.

Unterdessen hat der städtische Verwaltungsausschuss entschieden, den Zuschuss für das Frauenhaus weiter zu zahlen, obwohl es Unklarheiten bei der Antragstellung gegeben hatte. Die Ratspolitiker wollten die "wertvolle Arbeit" des Frauenhauses nicht gefährden, hieß es zur Begründung.

Amei Wiegel war Ende Mai als Vorsitzende zurückgetreten. Doch die Fronten sind nach dem Vorwurf des Parteienfilzes weiter verhärtet. Zwei Drittel der anwesenden Mitglieder unterstützten am Mittwoch die Vorschläge des alten Vorstandes; ein Drittel sprach sich für drei eigene Kandidatinnen aus. Natalia Rusyniak wurde von der Versammlung ausgeschlossen, obwohl ein Schreiben des Amtsgerichts Lüneburg bestätigt hatte, dass sie geladen werden müsse.

Von Dagny Rößler