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Celle Stadt Anonymisierte Bewerbungsverfahren: Celle Pilotstadt bei bundesweitem Modellversuch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Anonymisierte Bewerbungsverfahren: Celle Pilotstadt bei bundesweitem Modellversuch
16:32 25.11.2010
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Wer sich im Laufe des kommenden Jahres bei der Stadt Celle um einen Ausbildungsplatz bemüht oder sich auf eine Stellenanzeige bewirbt, die nicht im Bereich der Saisonkräfte angesiedelt ist, wird dies in anonymisierter Form machen müssen. Denn die Stadt nimmt als einzige Kommune an dem bundesweiten Modellversuch „Anonymisierte Bewerbungsverfahren“ teil. Gestern gab die Antidiskriminierungsstelle des Bundes den Startschuss für das Projekt, das bis März 2012 läuft und wissenschaftlich begleitet wird.

Insgesamt sollen die Bewerbungen auf 225 Arbeitsstellen und Studienplätze mit tausenden Bewerbungen ausgewertet werden. Neben Celle sind die Großunternehmen Deutsche Post, Deutsche Telekom, L´Oréal, Mydays, Procter & Gamble, das Bundesfamilienministerium und die Bundesagentur für Arbeit in Nordrhein-Westfalen Teilnehmer des Modellversuchs. Celle wird mit etwa 19 bis 30 Ausschreibungen an dem Stellenpool beteiligt sein, wie Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD), der bei der gestrigen Pressekonferenz ebenfalls teilnahm, mitteilte.

Mende hat sich schon in seiner Zeit als Referatsleiter im niedersächsischen Innenministerium mit dem Thema befasst. „Ich bin dankbar, dass sich die Antidiskriminierungsstelle des Bundes jetzt für ein solches Verfahren einsetzt. Ich erwarte einen Imagegewinn für die Stadt Celle, wenn wir unsere Bewerbungsverfahren transparent und diskriminierungsfrei gestalten“, sagte Celles Oberbürgermeister. Er will nach dem Pilotprojekt die wissenschaftliche Auswertung abwarten, bevor entschieden wird, ob die Stadt am anonymisierten Bewerbungsverfahren festhält.

Für das kommende Jahr gilt auf jeden Fall, dass die Stellenkandidaten in der ersten Bewerbungsrunde ein Standard-Formular ausfüllen, bei dem kein Hinweis auf Herkunft, Geschlecht oder Alter erfolgt. Name und Adresse werden getrennt erfasst. „So stellen wir bei der ersten Auswahl nur auf die Qualifikation der Bewerber ab“, sagte Mende.