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Celle Stadt Ansull stellt Buch in Celler Kalandgasse vor
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ansull stellt Buch in Celler Kalandgasse vor
19:31 22.02.2015
Hans-Georg Sundermann (links) und Oskar Ansull in der alten Lateinschule. Quelle: Benjamin Westhoff
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Zwei Stützbalken zeugen noch von der ursprünglichen Rustikalität des Klassenzimmers zu Zeiten von Ludwig Hölty und Albrecht Thaer, die seinerzeit in dem heutigen Kantoreisaal ebenso die Schulbank gedrückt haben wie der Poet, Pädagoge, Pastor und Publizist Hermann Wilhelm Franz Ueltzen (1759–1808), dessen Leben sich Ansull in seinem Buch widmet und dessen Celler Zeit im Mittelpunkt dieses Abends stand. „Sie haben es geschafft, das Bild dieses Menschen so nachzuzeichnen, dass er lebendig und intellektuell greifbar vor uns stand“, wandte sich Superintendent Hans-Georg Sundermann nach der Veranstaltung unter dem Beifall des Publikums an Ansull. Die ineinander laufenden Spuren und Vernetzungen auf Ueltzens Lebensweg seien dabei häufig verblüffend gewesen.

In der Tat: Während seiner Zeit auf der Lateinschule (1771–1777) sei beispielsweise Prinzessin Caroline Mathilde nach Celle gekommen (1772), führte Ansull aus, und der junge Ueltzen sei quasi „in der wortgewandt plaudernden höfischen Gesellschaft aufgewachsen“, die zur Stammkundschaft des in der Altstadt von seinen Großeltern geführten „Tea- and Coffeehouse“ gezählt und seinen Wortschatz positiv beeinflusst habe. Gedichte und Schülerreden des 16- und 17-Jährigen zeugten bereits von der zärtlich-poetischen Fantasie und dialektischen Reife des Lateinschülers, aber auch von seinen „frühen Verliebtheiten“. „Das ausdrücken zu können, was er fühlte, war eine seiner besonderen poetischen Gaben“, verdeutlichte Ansull.

Von Rolf-Dieter Diehl