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Celle Stadt Anton Tschechows „Kirschgarten“ ab Freitag dem 13. im Celler Schlosstheater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Anton Tschechows „Kirschgarten“ ab Freitag dem 13. im Celler Schlosstheater
12:47 03.04.2018
In der Celler Produktion ist Anton Tschechows „Kirschgarten“ auf vier Rollen reduziert: (von links) Alex Friedland, Johanna von Gutzeit, Katrin Steinke Quintana und Thomas Wenzel. Quelle: Juliane Kann / Schlosstheater Celle
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Die Ratio spricht natürlich für den Verkauf, das Herz und der Bauch für den Erhalt dieses Erinnerungsortes. Was ist wichtiger für die Lebenden dort? Die magische Wirkung einer von Menschenhand angelegten Kulturlandschaft oder das Geld, das die finanzielle Sicherheit wiederbringen würde? Man redet und redet und die Redenden merken dabei gar nicht, dass sie das Handeln vergessen. Und dann ist das Gut samt Kirschgarten verkauft. Man hat noch ein letztes Fest gefeiert und spätestens jetzt erweist sich das Stück als eine einzige Komödie über die Unfähigkeit in der Gegenwart anzukommen. Und derjenige, der meinte die Zukunft zu verkörpern, der Kaufmann Lopachin, und von dem man zunächst annehmen könnte, dass er der einzige ist, der aus der Sache gut herauskommt, der erweist sich als ein lächelnd (?) Scheiternder, weil er gar nicht weiß warum er lebt.

Im „Kirschgarten“ gibt es höchstens einen, der lebenstüchtig ist: Der alte Firs, der frühere Diener, der wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit wirkt und schließlich auf dem verkauften Gut vergessen wird. Er steht oder sitzt wie ein Clown immer ein wenig neben dem Geschehen und hält Distanz. Diese Rolle wird in der Celler Aufführung von Thomas Wenzel gespielt. Die anderen drei Rollen sind mit Katrin Steinke-Quintana als zurückgekommene Gutsbesitzerin, mit Johanna von Gutzeit als ihre Adoptivtochter und mit Alex Friedland als Kirschgartenkäufer Lopachin besetzt.

Wer das Stück schon einmal gesehen hat, der wird zunächst irritiert sein, dass es nur diese vier Schauspieler gibt, denn Tschechows „Kirschgarten“ gilt als Ensemblestück mit vielen Rollen. Regisseurin Juliane Kann hat aber schon früh in der Vorbereitung auf die Inszenierung gemerkt, dass man dieses Stück auf wenige Figuren reduzieren kann, ohne dabei Entscheidendes zu verlieren. Sie sieht in dieser Reduktion sogar ein noch größeres tragisches Potenzial jeder einzelnen Figur, aber vor allem auch ein Vergrößern der inneren Spannung zwischen Komödie und Tragödie wie sie sich in jeder einzelnen Figur darstellt. Tschechows „Kirschgarten“ ist eben vor allem ein Stück, das der Autor selbst als „sehr komisch“ bezeichnete, eben eine Art leiser Komödie.

Die Regisseurin als ihre eigene Bühnenbildnerin lässt die Produktion in einem schwarzen Raum spielen, der weder Gutshaus noch Kirschgarten zeigt. Er soll Projektionsfläche für die Fantasie des Zuschauers sein. Lediglich zwei, möglicherweise irritierende Bühnenelemente werden das Stück optisch interpretieren und den Zuschauer in eine Richtung zu lenken versuchen. Gespielt wird das Stück übrigens in einer Übersetzung von Elina Finkel, die den Text vorsichtig in die Gegenwart gehoben hat, sehr bildhaft klar ist und die vor allem darauf verzichtet, die Mehrdeutigkeit der Figurenäußerungen zu klären. Diese bleibt hier voll und ganz erhalten und wird wohl die Grundlage für das gesellschaftskritische Komödienspiel werden. Es wird sehr unterhaltend im Schlosstheater werden.

Von Reinald Hanke

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