Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Antrittskonzert des Kirchenmusikdirektors
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Antrittskonzert des Kirchenmusikdirektors
15:53 02.11.2018
Der neue Kirchenmusikdirektor Michael Voigt an der Orgelin der Celler Stadtkirche. Quelle: David Borghoff
Celle, Harburger Berg

Oskar Gottlieb Blarrs Orgelsinfonie „Der Lobende“ als Antrittskonzert des neuen Celler Kirchenmusikdirektors Michael Voigt, da sollte man erwarten können, dass sich die doch recht vielen Celler Freunde der Kirchenmusik allesamt in der Stadtkirche einfinden, um diesem Ereignis beizuwohnen. Leider aber erwies sich dieser Gedanke als eine Fehleinschätzung. Die Bänke in der Stadtkirche waren leider eher dürftig besetzt, was wohl nur damit zusammenhängen kann, dass es wohl noch immer für eine Mehrheit der Musikinteressenten abschreckend sein muss, wenn nur heutige Musik auf dem Programm steht. Da half es offensichtlich auch nicht, dass die Veranstalter dafür sorgten, dass der Komponist selbst anreiste und in sein Werk einführte. Die Gelegenheit, dieses großformatige Werk noch einmal live hören zu können, wird so schnell nicht wiederkommen, denn es steht nach Aussagen des Komponisten bisher nur bei zwei Organisten im Repertoire, bei Martin Schmeding, dem Lehrer der neuen Celler Kreiskantorin Katrin Hauschildt, und eben bei Michael Voigt. Dieser spielte das Werk mit viel Sinn für die auszubreitende stilistische Vielfalt des Stückes. Er zeigte in diesem, seinem ersten großen Celler Konzert, dass er nicht nur ein musikalischer Könner ist, sondern auch technisch auf einem Niveau spielt, dass man sich nur freuen kann für unsere Stadt, einen solchen Musiker in ihren Mauern zu wissen.

Blarr hatte vor Voigts Darbietung ausführlich in die Sinfonie eingeführt, indem er vierzig Minuten davon erzählte, was ihn inspiriert hat, was ihm daran besonders wichtig ist und worin die direkten oder auch versteckten Bezüge zum bekannten Lied „Lobet den Herren“ von Joachim Neander liegen. Die Ausführungen von Blarr schienen zunächst etwas weit ausholend, formten sich schließlich aber noch zu einem schlüssigen und sehr aufschlussreichen Ganzen, das sicher für die Zuhörer sehr hilfreich fürs musikalische Verständnis war. Die fünfsätzige Sinfonie selbst erwies sich als ein beeindruckendes Stück, das allerdings mit fast einer Stunde Spielzeit doch etwas ausufernd wirkte. Da gibt es doch viele Passagen in den Sätzen drei bis fünf, die so stark an bereits kurz zuvor Gehörtes erinnerten, dass gerade diese stärksten Sätze des Stückes ein wenig ihre eigentlich große Wirkung einbüßten.

Voigts Spiel wirkte da am eindrücklichsten wo er die unterschiedlichsten Charaktere der Musik besonders herausarbeiten konnte und es ihm dabei trotzdem gelang, den großen Bogen zu halten. Da machte es sich sehr bezahlt, dass Voigt sicher viel Zeit in die Erarbeitung und Registrierung des Stückes gesteckt hat. So konnte er gleich in seinem ersten Konzert die Qualitäten der trotz ihres jungen Alters bereits leicht maroden Stadtkirchenorgel demonstrieren.

Der Erlös des Konzerts ist übrigens für die historisch bedeutende Orgel im Dom von Celles polnischer Partnerstadt Kwidzyn (Marienwerder) gedacht, für die auch nach den beiden weiteren Orgelkonzerten an diesem Wochenende wieder gespendet werden soll. An diesem ersten Abend der vier Veranstaltungen gab es als Abrundung des Ganzen noch köstlichen polnischen Mohnkuchen, die der mit veranstaltende Deutsch-Polnische Kulturkreis organisierte und spendete. Das passte bestens an diesem sehr gelungenen Abend.

Von Reinald Hanke

Ein Italiener, ein Franzose, ein Spanier und ein Türke stehen gemeinsam auf der Bühne – und sorgen – das ist kein Witz – für einen aufsehenerregenden Abend mit Gitarrenmusik.

Jürgen Poestges 02.11.2018

Die Arbeiten zum gegenläufigen Ausbau des Nordwalls haben begonnen.

Michael Ende 02.11.2018

Helfen und gewinnen können Celler jetzt bei der Benefiz-Adventskalender-Aktion der Rotarier und Lions.

Michael Ende 02.11.2018