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Celle Stadt Apfelfest ohne Landfrauen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Apfelfest ohne Landfrauen
18:54 24.09.2018
Von Gunther Meinrenken
Apfelpuffer sind einer der Renner beim Apfelfest im Heilpflanzengarten. Quelle: Alex Sorokin
Celle

Das Apfelfest gehört zu den beliebtesten Veranstaltungen in Celle. Bis zu 4000 Besucher sind in der Vergangenheit in den Heilpflanzengarten gekommen, um sich mit frischen Säften und Obst einzudecken, und nicht zuletzt den leckeren Apfelkuchen zu genießen, den unter anderem die Celler Landfrauen vor Ort verkauft haben. Am vergangenen Samstag waren die Landfrauen nicht dabei, sie hatten abgesagt. Die Gründe: Sie waren unzufrieden mit den neuen Parkregelungen und den neuen Bedingungen, die die Albrecht-Thaer-Schule (ATS) stellte.

Auf Seiten der Landfrauen hatte Anneliese Stadie, Vorsitzende des Landfrauenvereins Celle, die Teilnahme ihrer Kolleginnen organisiert. "Wir haben unsere Wagen immer an der Dammaschwiese abgestellt. Das war nie ein Problem. Doch vergangenes Jahr haben alle ein Knöllchen bekommen und mussten 20 Euro zahlen", berichtet Stadie. In Zukunft sollten alle Standbetreiber nur noch zum Be- und Entladen an der Dammaschwiese bis zum Heilpflanzengarten fahren dürfen, danach die Fahrzeuge wieder entfernen. "Dann gibt es in der Nähe doch keine Parkplätze mehr", sagt Stadie.

Die Stadt rechtfertigt die "Knöllchen-Attacke" auf die Aussteller. "Entlang der Wittinger Straße im Bereich der Bushaltestellen galt absolutes Halteverbot, damit der ÖPNV nicht durch parkende Fahrzeuge behindert wird. Was leider doch passiert, wenn nicht kontrolliert wird", so Stadtsprecherin Myriam Meißner. Am Weg entlang der Dammaschwiese sei im vergangenen Jahr ebenfalls kontrolliert worden, weil sich andere Nutzer beschwert hätten. "Für das nächste Jahr werden wir versuchen, eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung zu finden", verspricht Meißner.

Doch die Parksituation ist nicht der einzige Kritikpunkt der Landfrauen. Zwischen der Albrecht-Thaer-Schule und den Landfrauen steht nicht alles zum Besten, auch wenn Sibylle Borlutschi, Leiterin der Albrecht-Thaer-Schule, keinen "grundsätzlichen Konflikt zwischen unserer Schule und den Landfrauen" erkennen möchte. Sie verweist darauf, dass im Januar zusammen mit zwei Vertreterinnen der Landfrauen, der Kreisvorsitzenden, Ilsedore Heidmann, und Annette Icken, die "Punkte der Zusammenarbeit bezüglich der Standbeschickung" festgelegt wurden. "Die Vertreterinnen der Landfrauen waren mit allen Punkten voll einverstanden", so Borlutschi.

Doch dieser Konsens kam bei einer Delegiertenversammlung nicht bei allen Landfrauen gut an. Vor allem drei Punkte stießen auf Kritik: Die Landfrauen sollten nicht mehr ihre Aufstriche wie Marmeladen verkaufen dürfen, sie sollten "nach Bedarf" das Brot der Albrecht-Thaer-Schule beziehen und jeder Verein sollte selbst seine Tische und Bänke mitbringen, zuvor war dies für alle teilnehmenden Landfrauenverbände zusammen organisiert worden. Vor allem Stadie soll sich gegen die neuen Bedingungen gewandt haben. Aus Solidarität seien ihr die anderen Vereine gefolgt.

Das Ende vom Lied: Zusammen mit der ungelösten Parksituation verzichteten die Landfrauen für dieses Jahr auf eine Teilnahme am Apfelfest. Wie es weitergehen soll? "Wir werden für das nächste Jahr Gespräche führen", kündigte Kreisvorsitzende Heidmann an.

Meinung: Zankapfel

Mit Gewalt und Sturheit bekommt man alles kaputt, was man kaputt machen will. Dieses Gefühl beschleicht einen, wenn man sich die Absage der Landfrauen für das Apfelfest näher anschaut. Die Verantwortlichen sollten sich daher zusammenraufen und noch einmal bewusst machen, dass sie alle in den vergangenen Jahren eine großartige Veranstaltung auf die Beine gestellt haben. Es wäre schade, wenn dieses Erfolgskonzept zerstört würde.

Auf Seiten der Albrecht-Thaer-Schule drängt sich der Eindruck auf, dass es dort nicht ertragen wird, dass die Veranstaltung so stark mit den Landfrauen in Verbindung gebracht wird, obwohl das Apfelfest eigentlich von den Schülerinnen organisiert wird. Mit den neuen Bedingungen sollte der Einfluss der Landfrauen, Stichwort "Marmeladen-Verbot", eingedämmt werden. Doch Hand aufs Herz: Wen von den Besuchern stört das?

Die Absage der Landfrauen wirkt überzogen, wie eine Machtprobe. Sie können sich zwar nun darin sonnen, dass fast jedem Besucher ihr Fehlen aufgefallen ist, dem Apfelfest hat das aber eher Schaden zugefügt. Dennoch: Der Absagegrund, dass künftig nur noch zum Be- und Entladen an der Dammaschwiese geparkt werden darf, ist nachzuvollziehen.

Angesprochen ist hier die Stadt. Über Jahre haben die direkt an der Dammaschwiese parkenden Fahrzeuge der Aussteller niemanden gestört. Nun stehen sie auf einmal im Parkverbot und werden von den "Politessen" der Stadt aufgeschrieben. Muss das sein? Will die Stadt allen Ernstes behaupten, sie hätte nicht gewusst, dass der Weg in der Vergangenheit für die Aussteller geöffnet war? Die "Knöllchen-Attacke" ohne Vorwarnung ist kleinkariert, die neue Regelung zum Be- und Entladen sabotiert das Apfelfest. Es dürfte ja wohl kein Problem sein, für die Zukunft eine unbürokratische Ausnahmegenehmigung zu erteilen.

Am Donnerstag entscheidet der Rat der Stadt Celle in seiner Sitzung, die um 18 Uhr in der Alten Exerzierhalle beginnt, abschließend über die neue Gestaltungssatzung für die Altstadt.

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